Landwirt aus Steinhaus nutzt KI-Drohnen für nachhaltige Landwirtschaft im Bezirk Wels-Land

Feber 26, 2026 17:47
Landwirt aus Steinhaus nutzt KI-Drohnen für nachhaltige Landwirtschaft im Bezirk Wels-Land

Während andere noch zu Fuß durch ihre Felder gehen, setzt Martin Ziegelbäck hoch über den Äckern kleine Flugroboter ein. Der 53-jährige Landwirt aus Steinhaus gilt als Agrartechnik-Pionier der Region und verfolgt ein klares Motto: „Ökologisierung durch Technisierung.“ Darüber berichtet Welt Stimme.

STEINHAUS BEI WELS. Auf seinem Hof verbindet Ziegelbäck Ackerbau und Schweinehaltung mit modernster agrartechnologischer Ausstattung zu einem nachhaltigen Gesamtkonzept. Als Vorsitzender der Maschinengemeinschaft ATW – Agrar Tech Wels setzt er auf gemeinsam genutzte hochentwickelte Geräte, die es mehreren Betrieben ermöglichen, effizienter und ressourcenschonender zu arbeiten. „Technik ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um genauer und wirtschaftlicher zu produzieren“, betont er.

50 Kilogramm Nutzlast und KI

Im vergangenen Jahr investierte die Gemeinschaft in zwei Drohnensysteme. Eine kleine Drohne mit Multispektralkamera liefert hochauflösende Daten über Pflanzengesundheit, Bestandsdichte und Nährstoffversorgung. Sogar einzelne Unkräuter lassen sich identifizieren. Die enorme Menge an Daten wird KI-gestützt ausgewertet. Eine vollautonome Bedienung ist jedoch noch nicht möglich: „In der Natur läuft nichts zweimal identisch ab. Neue Technologien bedeuten anfangs auch mehr Arbeitsaufwand,“ erklärt Ziegelbäck. Die zweite Drohne, die eine Nutzlast von 50 Kilogramm hat, kann sprühen und streuen. Sie wird häufig zur Aussaat von Zwischen- und Begrünungskulturen eingesetzt. Ziel ist es, die Bodenaktivität möglichst lange hochzuhalten und humusreiche, fruchtbare Böden zu erhalten – ein zentrales Prinzip der regenerativen Landwirtschaft.

„Spot-Spraying“: punktgenaues Düngen

Der Agrarökonom sieht großes Potenzial im sogenannten „Spot-Spraying“: Mikronährstoffe oder Pflanzenhilfsstoffe könnten basierend auf den erfassten Multispektraldaten präzise ausgebracht werden. Dies würde Betriebsmittel einsparen und der Umwelt zugutekommen. Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel aus der Luft ist jedoch momentan noch verboten. „Mit moderner Technik können Unkräuter und Krankheiten viel gezielter bekämpft und die Einsatzmengen deutlich reduziert werden“, so Ziegelbäck.

Seit 2023 mit eigener Firma

Sein Status als Vorreiter liegt nicht zuletzt daran, dass er seine Dissertation im Bereich Agrarökonomie an der Universität für Bodenkultur in Wien verfasst hat. Viele Jahre war er bei einem großen deutschen Agrarunternehmen für Digitalisierung und Innovation zuständig, bevor er 2023 sein eigenes Unternehmen „ZIMA Farming Innovation“ gründete und seither Prototypen entwickelt.

Großes Interesse bei Landwirten

Im Bezirk Wels-Land beobachtet Ziegelbäck bereits ein starkes Interesse an neuen Technologien. „Landwirte haben ein sehr gutes Gespür für neue Technologien, die effizient sind. Wenn sich technische Innovationen als alltagstauglich erweisen, erfolgt die Adaption sehr schnell.“ Obwohl hochspezialisierte Agrardrohnen noch kein flächendeckender Standard sind, sind sie längst kein exotischer Anblick mehr.

Bauernhof 2030

Und wie wird der Bauernhof im Jahr 2030 aussehen? Visionäre sprechen bereits von „per plant farming“, also der individuellen Betreuung jeder einzelnen Pflanze, so Ziegelbäck. „Die technischen Möglichkeiten werden größer. Aber die Arbeit wird nicht weniger. Ich bin überzeugt: Auch in 20 Jahren werden Bäuerinnen und Bauern mit Stiefeln und prüfendem Blick über ihre Felder gehen.“

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