Miriam Hauser: Mit innovativen Wasserstofftanks und Whisky-Destillation zur nachhaltigen Chemie

August 6, 2025 16:54
Miriam Hauser: Mit innovativen Wasserstofftanks und Whisky-Destillation zur nachhaltigen Chemie

Miriam Hauser, eine 26-jährige Chemie-Engineering-Studentin aus Kopfing, lebt derzeit in London und entwickelt große Wasserstofftanks, während sie sich auch mit der Whisky-Destillation befasst.

SCHÄRDING, LONDON. Miriam Hauser hat von ihrer Matura bis hin zu ihrer beeindruckenden Karriere im Bereich nachhaltiger Chemie- und Verfahrenstechnik eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Aufgewachsen in Kopfing, entdeckte sie schon früh ihr Interesse für Chemie. Ein Auslandsjahr in Australien nach der Matura öffnete ihr nicht nur sprachlich, sondern auch akademisch die Türen zur internationalen Wissenschaftswelt. Anstatt an die TU München zu gehen, bewarb sie sich gemäß einer spontanen Empfehlung an der University of Edinburgh, wo sie erfolgreich angenommen wurde.

Während ihres Studiums der Technischen Chemie an der University of Edinburgh hat Hauser verschiedene Praktika absolviert, unter anderem bei Syngenta und Diageo. Ein renommiertes Forschungsstipendium des Carnegie Trust ermöglichte ihr tiefe Einblicke in Prozesssimulation und grüne Technologien. Ihre Bachelorarbeit zur Whisky-Destillation unter Verwendung von Wasserstofftechnologie erhielt hohe Auszeichnungen.

Auszeichnung für Whisky-Destillation

Die Anerkennung für ihre Bachelorarbeit ist ein besonderer Erfolg für die junge Forscherin. Nach ihrem Abschluss mit Auszeichnung und dem „Jack Ponton Prize“ für den besten Studienabschluss folgte eine siebenmonatige Reise durch Südamerika, ein bewusster Schritt, der ihr Leben bereicherte. Kurz darauf wurde sie als einzige Österreicherin für ein Masterstudium am Imperial College London ausgewählt, wo sie ein Stipendium erhielt. Ihr Forschungsprojekt, das in Zusammenarbeit mit Shell durchgeführt wird, befasst sich mit der sicheren Schifffahrt von flüssigem Wasserstoff.

Ihre Masterarbeit wird 2024 im Journal of Thermophysics veröffentlicht, und aktuell arbeitet Hauser im Rahmen eines PhD-Programms weiter an dieser Thematik. Dabei führt sie präzise Messungen an flüssigem Wasserstoff bei minus 260°C durch, mit dem Ziel, neuartige Tanksysteme zu entwickeln, die zur Förderung einer klimafreundlicheren Energiezukunft beitragen.

Hauser designt Wasserstoff-Tanks

Hauser entwirft Tanks für flüssigen Wasserstoff mit Kapazitäten von bis zu 200.000 Kubikmetern, während bisherige Größen nur bis zu 4.000 Kubikmetern reichten.

„Durch diese größeren Gebinde könnte auch der Rohstoff wesentlich billiger werden. Gerade für die Flugzeugindustrie, größere Schiffe und auch für die gesamte Industrie könnte dies künftig von Interesse sein“,

erklärt Hauser. Sie ist jedoch der Auffassung, dass Wasserstoff in der PKW-Industrie keine Zukunft hat, da die E-Mobilität bereits zu weit fortgeschritten sei. Mit ihrer Arbeit möchte Hauser zeigen, dass dieser Wissenschaftszweig nicht nur Männern vorbehalten ist.

Freizeit ist Mangelware

Die junge Forscherin hat wenig Freizeit, die sie mit ihrem Freund Phillip, mit dem sie in London lebt, teilt. Ihre Hobbys umfassen Reisen, Joggen und Wandern. Abschließend möchte sie ihren Eltern, Edith und Martin Hauser, für die „mega“ Unterstützung auf ihrem erfolgreichen Weg danken.

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