ÖBB müssen bis 2031 1,6 Milliarden Euro einsparen
Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) stehen vor der Herausforderung, bis 2031 insgesamt 1,6 Milliarden Euro einzusparen. Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) und ÖBB-Chef Andreas Matthä haben am Mittwoch angekündigt, dem Brenner-Nordzulauf Priorität einzuräumen, während die Flughafenspange in Niederösterreich um zwei Jahre verschoben wird.
Laut dem strategischen Bericht der Regierung ist eine Reduzierung des aktuellen ÖBB-Rahmenplans um 1,1 Milliarden Euro erforderlich. Zudem entfallen 500 Millionen Euro auf Sonderinvestitionsprogramme. Verkehrsminister Hanke nannte drei Optionen: eine Verschiebung des Brenner-Nordzulaufs, die Verschiebung der Flughafenspange oder Kürzungen in über einem Dutzend Projekten in Österreich. Letzteres wurde jedoch ausgeschlossen.
Die Entscheidung fiel zugunsten des Brenner-Nordzulaufs, um den transitbelasteten Tirol zu entlasten. Hanke fordert von Deutschland bis spätestens zum ersten Quartal 2028 eine verbindliche Erklärung für den Ausbau auf bayerischer Seite, um einen „Flaschenhals auf der Schiene“ zu vermeiden. Dies bewirkt eine zweijährige Verschiebung für die Flughafenspange zwischen Schwechat und Bruck an der Leitha.
Das Projekt in Tirol umfasst den Bau des zweiten Abschnitts der Unterinntalbahn sowie den vierspurigen Ausbau für den Nordzulauf zum Brennerbasistunnel (BBT), dessen Kosten sich auf rund 3,5 Milliarden Euro belaufen. In der Vergangenheit wurden Bedenken laut, dass die Fertigstellung auf nach 2040 verschoben wird, was bereits im Vorjahr eine Verzögerung von 2037 auf 2039 nach sich zog.
ÖBB-Chef Matthä unterstrich die Bedeutung des Rahmenplans mit einem Investitionsvolumen von 19,5 Milliarden Euro zwischen 2027 und 2032. Er betonte, dass keine Baustelle eingestellt werde, jedoch neue Projekte zeitlich zurückgestellt werden müssen. Unter den betroffenen Projekten sind auch der Ausbau der Strecke Salzburg-Köstendorf und die Flughafenspange.
Einordnung
Die Einsparungen und Projektverschiebungen im ÖBB-Rahmenplan zeigen die finanziellen Herausforderungen des Unternehmens. Diese Änderungen sind relevant, da sie möglicherweise zu signifikanten Verzögerungen bei wichtigen Infrastrukturprojekten führen, die für die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in Österreich von Bedeutung sind.


