Wirtschaftsingenieure der FPÖ kritisieren den Kurs der österreichischen Regierung in Bezug auf Wirtschaftsthemen wie Wachstum, Arbeitslosigkeit und Inflation: Barbara Kolm von der FPÖ sprach von „Wohlstandsvernichtung“ und führt Österreichs Zuwächse bei den Realeinkommen im Vergleich innerhalb der EU an das Ende der Liste. Der unabhängige Wirtschaftsexperte Norbert Wohlgemuth (Kärntner Institut für Höhere Studien) bestätigt: „Kolm hat die Zahlen richtig zitiert.“ Darüber berichtet Welt Stimme.
KÄRNTEN. Die FPÖ übt scharfe Kritik am wirtschaftlichen Kurs der Regierung. Beim Neujahrstreffen in Klagenfurt bezeichnete Parteiobmann Herbert Kickl das Wirtschaftswachstum von einem Prozent als „Rollator“. Die FPÖ-Wirtschaftsexpertin Barbara Kolm äußerte, dass Österreich im Wachstum des realen Haushaltseinkommens eines der Schlusslichter innerhalb der EU sei.
„Sind am unteren Ende angesiedelt“
Wie schlecht steht Österreich tatsächlich da? Norbert Wohlgemuth vom Kärntner Institut für Höhere Studien (KIHS) belegt dies mit Zahlen des EU-Statistikbüros. Laut Kolm ist das reale Pro-Kopf-Einkommen in der EU zwischen 2004 und 2024 um 22 Prozent gestiegen. „Das ist korrekt zitiert, Österreich ist beim Wachstum am unteren Ende angesiedelt“, erklärt Wohlgemuth. Lediglich Spanien, Italien und Griechenland schneiden schlechter ab.
Aktuelle Zahlen
Ergebnisse aus der aktuellen Ausgabe des Economist verdeutlichen die Situation. Das Wirtschaftswachstum ist ein zentraler Faktor zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage, wobei Österreich im Jahr 2025 deutlich hinter dem EU-Durchschnitt zurückbleibt.
Inflation und Arbeitslosigkeit
Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsindikator ist die Inflation, die in Österreich fast doppelt so hoch ist wie im EU-Durchschnitt. „Die Energiepreise dämpfen die Inflation, während Dienstleistungen derzeit die Haupttreiber sind“, erklärt Wohlgemuth. Ein weiterer Indikator ist die Arbeitslosenrate, die sich an den EU-Schnitt annähert, nachdem Österreich in der Vergangenheit deutlich niedrigere Zahlen aufweisen konnte.
Der Grund für das Defizitverfahren
Österreich kann auch beim Budgetdefizit nicht überzeugen. „Deshalb gibt es auch das Defizitverfahren der EU, aus dem wir möglichst rasch wieder herauskommen sollten“, so Wohlgemuth. Interessanterweise hat Griechenland, das vor Jahren von Staatspleite bedroht war, seine Ausgaben im Griff und kann sogar einen Budgetüberschuss vorweisen.


