Österreichischer Einzelhandel stagnierte im ersten Halbjahr 2026
Die Umsätze des österreichischen Einzelhandels stagnieren im ersten Halbjahr 2026 und steigen preisbereinigt lediglich um 0,1 Prozent. Dies geht aus dem aktuellen Konjunkturreport des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO hervor, der im Auftrag des Handelsverbands erstellt wurde.
Nominal stiegen die kalenderbereinigten Umsätze um 2,1 Prozent. Nach Abzug der Inflationsrate entspricht dies jedoch lediglich einem realen Umsatzplus von 0,1 Prozent, was laut Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will de facto Stagnation bedeutet.
Im zweiten Quartal stagnierte auch die Wirtschaftleistung Österreichs im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres. Belastungsfaktoren sind die gestiegenen Erdölpreise infolge des Iran-Kriegs, geopolitische Unsicherheit sowie eine zurückhaltende Nachfrage der privaten Haushalte. Zudem hat die extreme Sommerhitze negative Auswirkungen auf bestimmte Bereiche des Mode- und Non-Food-Handels gehabt.
Rückgang der Inflation
Die Inflationsrate sank im Juli 2026 von 3,2 auf 2,8 Prozent, wovon etwa die Hälfte auf günstigere Nahrungsmittel zurückzuführen ist. Lebensmittel und alkoholfreie Getränke waren im Jahresvergleich um 0,4 Prozent günstiger.
Im Juli waren im Einzelhandel 332.087 Personen beschäftigt, was einem Anstieg von rund 5.300 Beschäftigten seit Jahresbeginn entspricht. Dennoch blieben 9.124 Stellen unbesetzt. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Österreich sank im zweiten Quartal um 7,6 Prozent auf 960 Fälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die Stimmung unter Unternehmen und Konsumenten hat sich zwar zuletzt verbessert, jedoch blieb eine breit angelegte Belebung der Nachfrage aus. Das WIFO prognostiziert für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent, während die privaten Konsumausgaben nur um 0,4 Prozent zulegen dürften.
Einordnung
Die aktuellen Umsatzzahlen reflektieren die Unsicherheiten in der Wirtschaft und deuten auf die Herausforderungen im Konsumverhalten hin. Dies könnte bedeutende Auswirkungen auf die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Österreichs haben, insbesondere im Hinblick auf die Verbrauchertrends und das Unternehmensumfeld.


