Tirol verzeichnet 2025 Rekordzahl an Unternehmensgründungen
Mit 3.285 Neugründungen hat Tirol 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen zeigt sich der Wirtschaftsstandort dynamisch und innovationsfreudig. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die Tiroler Wirtschaft kann auf ein außergewöhnliches Gründungsjahr zurückblicken: Der Rekordwert von 3.285 Neugründungen, exklusive selbstständiger Personenbetreuer:innen, übertrifft deutlich die Zahlen von 2024 mit 2.980 und 2023 mit 3.114 Gründungen. Dies bekräftigt die Rolle Tirols als attraktiven und lebendigen Wirtschaftsstandort.
„Diese Zahlen sind ein starkes Signal des Optimismus und der Tatkraft unserer jungen Unternehmerinnen und Unternehmer. Trotz wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie groß der Wille ist, eigene Ideen umzusetzen und Verantwortung zu übernehmen“, betont WK-Präsidentin Barbara Thaler.
Jüngere Gründer:innen im Fokus
Ein klarer Trend ist die zunehmende Jugendlichkeit der Gründer:innen: Das Durchschnittsalter beträgt 36,5 Jahre, gesenkt von 36,9 im Vorjahr. Der Frauenanteil unter den Einzelunternehmer:innen liegt bei beachtlichen 47,8 Prozent. Zudem bleibt die Nachhaltigkeit der Gründungen hoch, denn mehr als zwei Drittel der neuen Unternehmungen sind fünf Jahre nach Gründung weiterhin am Markt aktiv.
„Unsere Gründerinnen und Gründer werden jünger und entscheiden sich bewusst für eine Selbstständigkeit als Chance auf Eigenverantwortung und Gestaltungsspielraum. Dass mehr als zwei Drittel der Neugründungen auch nach fünf Jahren erfolgreich am Markt sind, zeigt die hohe Qualität des Tiroler Unternehmertums und liegt klar über dem österreichweiten Schnitt“, erklärt Stefan Monitzer, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Tirol.
Thaler ergänzt: „Hinter jeder Gründung steht eine mutige Entscheidung. Unsere Aufgabe ist es, diese Menschen bestmöglich zu begleiten – mit Beratung, Know-how und einem starken Netzwerk.“
Vielfalt der Branchen
Die Mehrheit der Neugründungen entfällt auf Gewerbe und Handwerk mit 38,2 Prozent, obwohl dieser Anteil leicht rückläufig ist. Der Handel konnte auf 25,1 Prozent zulegen, während Information und Consulting mittlerweile bei 19,9 Prozent stehen. Tourismus und Freizeitwirtschaft machen rund zwölf Prozent aus. „Die breite Verteilung über unterschiedliche Branchen zeigt, dass Tirols Gründerinnen und Gründer in allen Bereichen innovative Ideen umsetzen und so die wirtschaftliche Vielfalt unseres Landes stärken“, so Monitzer.
Flexibilität als Hauptmotiv
Die Hauptgründe für den Schritt in die Selbstständigkeit liegen auf der Hand: Über 70 Prozent der Gründer:innen nennen flexiblere Zeit- und Lebensgestaltung als zentrale Motivation. Fast ebenso viele streben nach mehr Eigenverantwortung, während rund 65 Prozent ein höheres Einkommen anpeilen. „Die Entscheidung für die Selbstständigkeit ist oft eine Entscheidung für mehr Freiheit und Selbstverwirklichung. Unsere Aufgabe ist es, diese mutigen Schritte zu unterstützen“, betont Monitzer.
Wirtschaftskammer als Schlüsselpartner
Die Tiroler Wirtschaftskammer bleibt für Gründer:innen ein wichtiger Partner. Im Jahr 2025 wurden im Gründerservice und in den Bezirksstellen mehr als 10.000 Beratungen durchgeführt. „Unser Gründerservice bietet professionelle Unterstützung in rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen – von der ersten Analyse der Geschäftsidee bis zur Begleitung bei der Gewerbeanmeldung“, hebt Thaler hervor. Ergänzt wird das Angebot durch digitale Tools und umfangreiche Informationsangebote.
Positive Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Unternehmensgründungen tragen entscheidend zur regionalen Wertschöpfung bei. Jeder Euro direkter Wertschöpfung erzeugt in Tirol zusätzliche 41 Cent, österreichweit sogar 73 Cent. Rund 4.400 Arbeitsplätze entstehen direkt durch Neugründungen, insgesamt sichern sie knapp 6.000 Jobs in ganz Österreich.
Gründungsmesse 2026 in Sicht
Die nächste Gründungsmesse findet am 13. März 2026 in der Tiroler Wirtschaftskammer statt. Diese Veranstaltung gibt Gründer:innen die Möglichkeit, sich über Trends, rechtliche Fragen und Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren und mit Expert:innen auszutauschen. „Mit Innovation, Vielfalt und einer klaren Vision für die Zukunft bleibt Tirol auch weiterhin eine Region, in der Ideen wachsen und Erfolgsgeschichten beginnen“, schließt Monitzer.


