Rückgang der steirischen Exporte um 2,8 Prozent im ersten Halbjahr 2025, Deutschland bleibt stärkster Partner

Jänner 6, 2026 16:17

Im ersten Halbjahr 2025 verzeichnete die Steiermark einen Rückgang der Exporte um 408 Millionen Euro auf 14,1 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Darüber berichtet Welt Stimme.

STEIERMARK. Die Steiermark hat im ersten Halbjahr 2025 einen Rückgang bei den Exporten verzeichnet, obwohl es positive Entwicklungen in den Exporten nach Deutschland, in die USA und in die EU insgesamt gab.

Aktivitäten auf Zukunftsmärkten

Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer erläutert: „Die heimische Wirtschaft ist mit großen Herausforderungen konfrontiert, das zeigt sich besonders im Bereich des Exports.“ Es sei nun wichtig, gezielt jene Märkte zu bearbeiten, wo Chancen für heimische Exportunternehmen bestehen. Der Rückgang betreffe auch den viertwichtigsten Exportmarkt China. Ehrenhöfer führte aus: „Wir werden auch im heurigen Jahr entsprechende Aktivitäten auf Zukunftsmärkten setzen. Darüber hinaus zeigt sich, dass die steirischen Exporte in die EU zuletzt zugelegt haben. Wir müssen Europa daher noch viel stärker als einen Raum der Chancen für unsere Wirtschaft begreifen und global unsere Marktvielfalt erweitern.“

Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark, betont die Herausforderungen, vor denen die steirische Wirtschaft steht. Er sagt: „Die aktuellen Exportzahlen machen deutlich, dass die steirische Wirtschaft in einem schwierigen internationalen Umfeld steht, sich aber in zentralen Märkten weiterhin behaupten kann.“ Trotz Rückgängen in einigen Ländern dürfen die Erfolge in den europäischen Märkten nicht aus den Augen verloren werden. Herk fordert bessere Rahmenbedingungen, damit steirische Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben.

„Haltung gegenüber Mercosur überdenken“

Kurt Maier, Präsident der Industriellenvereinigung Steiermark, weist auf die Notwendigkeit hin, sich auf mehrere Marktstandbeine zu stellen. Er hebt hervor, dass die Entwicklung in Deutschland und den USA positiver verläuft, während Italien, der drittwichtigste Markt, Rückgänge verzeichnet. Maier appelliert, die Haltung gegenüber Mercosur zu überdenken, um das Wachstumspotential von bis zu 39 Prozent für die EU zu nutzen. „Österreich wäre gut beraten, diesem Potenzial zuzustimmen,“ so Maier.

Manfred Kainz, Obmann des Landesgremiums Außenhandel, bleibt optimistisch und weist darauf hin, dass die steirischen Exporte beweisen, dass die Betriebe hohe Widerstandskraft in wichtigen Märkten aufweisen. Er betont die Notwendigkeit, Exportmärkte weiter zu diversifizieren und die Unternehmen aktiv zu unterstützen.

Deutschland stärkster Exportpartner

Die Exporte nach Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner, stiegen im ersten Halbjahr um 2,2 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Auch die Exporte in die USA wuchsen um 2,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, während die Exporte nach Italien um 1,6 Prozent auf 907 Millionen Euro zurückgingen.

Erhebliche Rückgänge wurden bei den Exporten nach China (- 44,4 Prozent auf 450 Millionen Euro) und Großbritannien (- 43,1 Prozent auf 375 Millionen Euro) verzeichnet. Hauptursache sind Fahrzeuge und Fahrzeugteile. Japan hingegen zeigte mit einem Plus von 94 Millionen Euro einen starken Zuwachs.

Die wichtigsten Exportgüter sind Zugmaschinen und Kraftwagen mit 2,9 Milliarden Euro, Maschinen und mechanische Geräte mit 2,1 Milliarden Euro sowie elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren mit 1,3 Milliarden Euro. Während die Exporte von Zugmaschinen und Maschinen zurückgegangen sind, zeigt die Warengruppe „Pharmazeutische Erzeugnisse“ einen Anstieg von 24,6 Prozent auf 451 Millionen Euro.

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