SCCH erwirbt zehn Prozent an Linzer KI-Firma, die Arbeitsplätze für Menschen im Autismus-Spektrum schafft

Feber 12, 2026 14:30
SCCH erwirbt zehn Prozent an Linzer KI-Firma, die Arbeitsplätze für Menschen im Autismus-Spektrum schafft

Am 23. Jänner 2025 erwarb das Software-Competence-Center Hagenberg (SCCH) eine Zehn-Prozent-Beteiligung an der Responsible Annotation Services GmbH (RAS). Die Linzer Firma schafft mit ihrem Ansatz im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) Arbeitsplätze für Menschen im Autismus-Spektrum.

HAGENBERG, LINZ. Die Mitarbeitenden der RAS sind verantwortlich für die Annotation von Bildern, indem sie Objekte mit Rechteckrahmen, den sogenannten »bounding boxes«, kennzeichnen. Dieser Prozess ermöglicht es der KI, zu lernen, wie beispielsweise ein Autokennzeichen aussieht und es richtig zu interpretieren. RAS generiert somit Lernressourcen, die für das Training von KI-Systemen benötigt werden. Darüber berichtet Welt Stimme.

»Unser Ziel ist es, ein strukturiertes Arbeitsumfeld mit fairer Bezahlung, klaren Tagesroutinen und agilen Prozessen zu schaffen«, erklärt Andreas Schachl, Geschäftsführer der RAS. »Damit ermöglichen wir Menschen im Autismus-Spektrum, ihre Stärken einzubringen.«

Gleichnamiger Verein

Die Gründung des Unternehmens fand am 16. Jänner 2025 statt, und Andreas Schachl, 44 Jahre alt, steht an der Spitze. Die RAS geht aus dem gleichnamigen Verein Responsible Annotation hervor, den das SCCH 2022 gegründet hat. Die Tätigkeitsfelder von RAS und dem Verein Responsible Annotation sind im Wesentlichen identisch.

»Mit der Unterstützung des SCCH plant die RAS, weiterzuwachsen, mehr Menschen im Autismus-Spektrum einen Arbeitsplatz zu bieten und sich als europäischer Vorreiter für hochwertige, ethisch saubere KI-Datenannotation zu etablieren«, sagt Schachl.

5,2 Mio. Fotos in drei Monaten annotiert

Zurzeit beschäftigt die RAS ein vierköpfiges Team, das bereits mehrere Projekte erfolgreich umgesetzt hat: Für einen österreichischen Technologiehersteller annotierte das Team innerhalb von drei Monaten 5,2 Millionen Bilder. Zudem wurden für die Federal University of Espírito Santo in Brasilien 15.000 Fotos von Hautläsionen in nur zwei Wochen annotiert. Diese Bilder sollen zur Entwicklung einer App dienen, die Menschen ohne Zugang zu medizinischer Versorgung eine erste Einschätzung möglicher Erkrankungen ermöglicht.

Manz: »Passt perfekt zum Portfolio«

»Die Beteiligung an der RAS ermöglicht uns Mitspracherecht und einen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg, ohne die operative Eigenständigkeit zu beschneiden«, erklärt Markus Manz, Geschäftsführer des SCCH. »Gleichzeitig passt die RAS perfekt zu unserem Portfolio.«

Achleitner: »Verantwortungsvolle künstliche Intelligenz«

»Die strategische Beteiligung des SCCH unterstreicht den durch die KI-Exzellenzstrategie gestützten Anspruch Oberösterreichs, sich international als Hotspot für verantwortungsvolle künstliche Intelligenz zu positionieren«, sagt Wirtschafts- und Forschungslandesrat Markus Achleitner.

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