Moderne Lehre bei Siemens: Ein Einblick in die Zukunft der Ausbildung
WIEN/FLORIDSDORF. Der innovative Lehrlingsbetrieb von Siemens präsentiert ein zukunftsorientiertes Ausbildungskonzept im Lehrlingsausbildungszentrum. In der ersten Woche der Ausbildung stehen praktische Erfahrungen im Vordergrund.
Die Siemensstraße 90 beheimatet das Hauptquartier der Siemens AG, ein modernes Gebäude in Silicon-Valley-Stil, das täglich von Max Weismeier und Leonard Taraba angesteuert wird. Beide haben einen der begehrten Lehrlingsplätze ergattert: Weismeier als Elektrotechniker im zweiten Jahr und Taraba als Mechatroniker im dritten Jahr. Für sie vereint Siemens Ausbildung, Bildung, soziale Kontakte und vielfältige Aufgaben.
Praktische Herausforderung
Weismeier und Taraba erkannten während ihrer Schulzeit, dass ihnen die theoretischen Inhalte nicht ausreichten. Siemens bot ihnen die Möglichkeit, direkt in die Praxis einzutauchen. „Am ersten Tag hatte ich zwei Tage Schulung und dann gings am dritten gleich zum Kunden“, schildert Weismeier.
Im Ausbildungszentrum lösen die Lehrlinge Aufgaben, die sie später im Berufsleben bewältigen müssen. Beispielsweise programmieren sie Einzelteile, damit diese effizient auf Siemens-Geräten kommunizieren. Die traditionelle Erfahrung von Kabelziehen und Steckdosenmontieren ist nicht mehr ausreichend; Programmieren ist mittlerweile eine Schlüsselqualifikation in der Branche. In der Zentrale in Graz kann man sogar die Lehre zum Applikationstechniker absolvieren, jedoch werden in Wien nur die Ausbildungen zum Mechatroniker und Elektrotechniker angeboten.
Zusammenarbeit und Gemeinschaft
Regelmäßig arbeiten mehrere Lehrlinge an größeren Projekten, die moderne Problemstellungen behandeln. Ein Beispiel war die Entwicklung eines Belüftungssystems für ein Rechenzentrum. Ausbilder Dieter Wieser hebt hervor, dass solche Aufgaben schnell die Stärken und Führungsqualitäten der Auszubildenden sichtbar machen.
Die Möglichkeit, zahlreiche andere Lehrlinge kennenzulernen, wird von Weismeier und Taraba als Vorteil gesehen. „Man findet hier eigentlich sehr schnell Freunde“, sagen sie. Um den Zusammenhalt zu fördern, findet einmal jährlich eine Sportwoche statt, an der alle Siemens-Lehrlinge aus Österreich teilnehmen können. Das enge Verhältnis zwischen Lehrlingen und Ausbildern wird ebenfalls betont: „Von Tag eins ist man auf einer Augenhöhe mit den Ausbildnern“, erklärt Taraba.
Lehre und Weiterbildung
Zusätzlich zur Ausbildung haben die Lehrlinge bei Siemens die Möglichkeit, gleichzeitig die Matura abzulegen. Weismeier und Taraba nutzen dieses Angebot, indem sie pro Jahr ein Fach mit einer Abschlussprüfung am Jahresende absolvieren, um schlussendlich eine vollwertige Matura zu erlangen. Beiden gefällt dieses System, das ihnen eine bessere Konzentration auf die jeweiligen Fächer ermöglicht.
Siemens bietet auch ein „ausbildungsintegriertes Studium“ an, bei dem Lehrlinge nebenbei an der FH Salzburg studieren können. Laut Wieser studieren mittlerweile die Hälfte der Lehrlinge.
Einordnung
Die Ansätze des modernen Lehrlingsbetriebs bei Siemens verändern die traditionelle Berufsausbildung, indem sie praktische und akademische Elemente kombinieren. Diese Entwicklungen sind relevant, um zukünftige Fachkräfte optimal auf die Anforderungen des Marktes vorzubereiten, was die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärkt.


