Die Statistik Austria hat am Montag eine neue Online-Datenbank, das „Preisradar“, vorgestellt, das Preisentwicklungen bei Lebensmitteln übersichtlich darstellt und internationale Vergleiche ermöglicht. Ziel ist es, in Zeiten erhöhter Inflation und stark gestiegener Lebensmittelpreise für mehr Transparenz zu sorgen. Darüber berichtet Welt Stimme.
Das „Preisradar“ umfasst Daten zu über 100 Lebensmitteln und macht Preisveränderungen über einen längeren Zeitraum sichtbar. Neben der Bereitstellung nationaler Informationen ermöglicht die Datenbank auch den Vergleich mit Ländern wie Deutschland, der Schweiz und dem gesamten Euroraum. Sie ist ab sofort für die Öffentlichkeit zugänglich.
In der Datenbank sind zahlreiche essentielle Produkte wie Brot, Milch, Eier sowie verschiedene Gemüse- und Obstsorten erfasst. Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk betonte, dass die Daten „übersichtlich und sinnvoll“ zusammengeführt wurden, um einen kompakten und schnellen Überblick über die Preissituation zu ermöglichen.
Das Preisradar erlaubt auf der Ebene von Produktgruppen wie Getreide oder Fleischwaren auch Vergleiche zwischen unterschiedlichen Ländern. Zudem können Indizes wie Großhandels- und Erzeugerpreise herangezogen werden.
Lebensmittel als wesentlicher Inflationstreiber
Die Einführung des Preisradars fällt in eine Zeit intensiver Diskussionen über die hohen Lebensmittelpreise und die fehlende Preistransparenz. Laut Statistik Austria gehörten Lebensmittel im Jahr 2025 zu den drittstärksten Treibern der Inflation – nur die Bereiche Wohnen, Wasser, Energie sowie Hotels und Restaurants trugen stärker zu den Preiserhöhungen bei.
Besonders stark gestiegen sind die Preise für alkoholfreie Getränke, die sich im Vergleich zum Vorjahr um 16,8 Prozent verteuerten. Auch die gewichtete Ausgabengruppe Milch, Käse und Eier verzeichnete einen Anstieg von 5,1 Prozent. Fleisch und Fleischwaren wurden um 4,4 Prozent teurer, wie Statistik-Austria-Preisexpertin Alexandra Schindlar erläuterte.
Mehrwertsteuersenkung: Wirkung noch offen
Zur geplanten Senkung der Mehrwertsteuer auf bestimmte Grundnahrungsmittel zeigte sich Lenk zurückhaltend. Der erwartete inflationsdämpfende Effekt müsse sich erst in den Daten zeigen; derzeit wolle man dazu keine Einschätzungen abgeben. Die von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) vorgestellte Liste begünstigter Produkte umfasst unter anderem Milch, Butter, Eier, Reis, Erdäpfel, Brot sowie verschiedene Obst- und Gemüsesorten, wobei der Fokus auf in Österreich produzierten Lebensmitteln liegt.
Die Jahresinflation in Österreich steigt 2025 auf 3,6 Prozent, nach 2,9 Prozent im Jahr 2024. Dieser Wert liegt sowohl über dem Niveau der meisten Euro-Länder als auch deutlich über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent. Wirtschaftsforscher prognostizieren jedoch für 2026 eine Abschwächung der Inflation, mit Schätzungen zwischen 2,4 und 2,6 Prozent von Wifo, IHS und OeNB.


