Studie zeigt: Mehrheit der Tiroler erlebt Erbstreitigkeiten – klare Planung ist entscheidend

November 25, 2025 10:38
Studie zeigt: Mehrheit der Tiroler erlebt Erbstreitigkeiten – klare Planung ist entscheidend

Die Erbsituation in Tirol führt häufig zu Konflikten innerhalb der Familie. Eine aktuelle, repräsentative Studie von Ipsos im Auftrag von Helvetia zeigt, dass mehr als die Hälfte der Tiroler bereits geerbt hat, und über ein Drittel berichtete von Erbstreitigkeiten. 85 % der Befragten überzeugen, dass Erben eher Familien zerreißt als verbindet. Darüber berichtet Welt Stimme.

TIROL. Thomas Neusiedler, CEO von Helvetia, weist darauf hin, dass eine frühzeitige Regelung der Erbsituation Konflikte vermeiden und Verfahren erheblich verkürzen kann. Eine Lebensversicherung mit namentlichem Bezugsrecht kann Angehörige finanziell entlasten, selbst wenn es zu Streitigkeiten kommt. Die Studie zeigt, dass viele Tiroler eine individuelle Regelung ihres Erbes wünschen, jedoch nur ein Viertel ein Testament verfasst hat. Fehlende Testamente, unklare Vermögensaufteilungen oder ungesicherte Wertgegenstände verzögern die Verlassenschaftsverfahren und bergen ein hohes Konfliktpotenzial.

Vermögen sichern: Von Immobilien bis Schmuck

Erbschaften der Tiroler bestehen oft aus Geld, Finanzprodukten und Immobilien. Laut der Studie erhielt knapp die Hälfte der Erben Vermögenswerte über 50.000 Euro, ein Drittel sogar über 100.000 Euro. Allerdings gibt es Defizite beim Schutz: Fast ein Drittel der Befragten lagert Wertgegenstände ungesichert zu Hause, während ein weiteres Drittel einen Safe und 40 % einen Banktresor nutzt. Neusiedler rät, größere Vermögenswerte unbedingt sicher aufzubewahren.

Klare Erbfolge: Kinder stehen an erster Stelle

In Tirol möchten 83 % der Erben ihr Vermögen an ihre Kinder weitergeben. Partner folgen mit 6 %, während Enkelkinder und Geschwister eine geringere Rolle spielen. Ein kleiner Teil plant, Teile des Erbes zu spenden. Trotz der Absicht, das Vermögen an Angehörige weiterzugeben, legen viele Tiroler Wert darauf, den eigenen Lebensstandard nicht einzuschränken.

Tirol im Vergleich zu Österreich

  • 54 % der Tiroler haben bereits geerbt (österreichweit: 36 %).
  • 73 % haben etwas zu vererben (österreichweit: 61 %).
  • Fast die Hälfte (49 %) plant, das Erbe zu Lebzeiten zu verschenken oder zu übertragen (österreichweit: 23 %).
  • Streit um Erbschaften gab es bei 39 % (österreichweit: 36 %).

Alexander Zeh vom Ipsos Institut fasst zusammen: „Das Thema Erben wird oft verdrängt, obwohl rechtzeitige Vorsorge entscheidend ist. Die Ergebnisse sollen motivieren, sich frühzeitig mit Erbschaftsfragen zu beschäftigen.“

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