Trockenheit in Oberösterreich belastet Ernteerwartungen zunehmend

Mai 9, 2026 05:14
Trockenheit in Oberösterreich belastet Ernteerwartungen zunehmend

Oberösterreichs Bauern vor Erntekrise

Die Landwirtschaft in Oberösterreich leidet unter anhaltender Trockenheit, die sich negativ auf die Ernte auswirkt. Staubige Böden und tiefe Risse prägen derzeit die Äcker.

Der April 2026 verzeichnete in Österreich einen signifikanten Niederschlagsmangel, ähnlich wie der März. Das Niederschlagsdefizit liegt regional zwischen 30 und 50 Prozent. „Die anhaltende Trockenheit setzt unserer heimischen Landwirtschaft massiv zu. Viele Böden sind komplett ausgetrocknet und die Sorgen um die Ernte wachsen täglich. Auch der Wind verschärft die Lage zusätzlich“, erklärte Oberösterreichs Agrar-Landesrätin Langer-Weninger.

Besonders betroffen sind der Ackerbau sowie die Grünlandwirtschaft, wo dringend Regen benötigt wird. „Bleiben flächendeckende Niederschläge aus, drohen deutliche Einbußen bei Ertrag und Qualität“, so Langer-Weninger. Im Ackerbau zeigen sich bereits erste Wachstumsverzögerungen, was durch hohe Produktionskosten zusätzlich erschwert wird. Die Erträge sind unsicher, während die Kosten für Energie, Diesel und Betriebsmittel hoch bleiben.

Im Grünland ist die Situation noch kritischer. „Der erste Schnitt im Grünland ist der wichtigste und ertragreichste Schnitt des Jahres, der oft 40 Prozent oder mehr des Gesamtertrags ausmacht. Rückmeldungen seitens der Bäuerinnen und Bauern zeigen, dass mindestens ein Drittel der Menge fehlt, oftmals sogar mehr“, betont die Agrar-Landesrätin. Sie fordert daher neben dem bereits vereinbarten Agrardiesel für 2027 und 2028 weitere Entlastungsmaßnahmen für 2026.

Gleichzeitig nehmen extreme Wetterereignisse zu. Auf lange Trockenperioden folgen oft heftige Unwetter, wie zuletzt im Innviertel, wo starke Gewitter Schäden an Wintergetreide, Raps und Grünland verursachten. Das Unwetter am vergangenen Mittwoch führte laut Langer-Weninger zu landwirtschaftlichen Schäden von rund 1,5 Millionen Euro.

Um die Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen, übernimmt das Land Oberösterreich gemeinsam mit dem Bund 55 Prozent der Versicherungsprämie der Hagelversicherung. „Gerade in Zeiten zunehmender Wetterextreme braucht es Sicherheit und Verlässlichkeit für unsere bäuerlichen Familienbetriebe“, so Langer-Weninger.

Einordnung

Die anhaltende Trockenheit und die extremen Wetterereignisse sorgen für erhebliche Ertragsverluste in der Landwirtschaft. Diese Entwicklungen wirken sich nicht nur auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe aus, sondern gefährden auch die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln in Oberösterreich.

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