TU Graz eröffnet neues Christian Doppler Labor zur Forschung an effizienten Schienenfahrzeugen

Feber 19, 2026 10:17
TU Graz eröffnet neues Christian Doppler Labor zur Forschung an effizienten Schienenfahrzeugen

Eröffnung des Christian Doppler Labors für Strukturintegrität im Schienenfahrzeugbau in Graz

An der Technischen Universität Graz wurde das „Christian Doppler Labor für Strukturintegrität im Schienenfahrzeugbau“ eröffnet. Ziel des neuen Labors ist es, wissenschaftliche Grundlagen für eine höhere Energieeffizienz und geringere Lebenszykluskosten von Schienenfahrzeugen zu schaffen – sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb. Darüber berichtet Welt Stimme.

GRAZ. Schienenfahrzeuge sind während ihres Einsatzes hohen dynamischen Kräften und zahlreichen Lastwechseln ausgesetzt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Leichtbau, Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Diese Entwicklungen müssen mit den strengen Sicherheitsstandards im Bahnverkehr in Einklang gebracht werden. Das neue Labor widmet sich genau diesen Herausforderungen und arbeitet an Lösungen für die nächste Generation von Schienenfahrzeugen.

Breite Zusammenarbeit

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus unterstützt. Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) betont die strategische Relevanz des Sektors: „Ein modernes Industrieland braucht die besten Verbindungen in die Zukunft.“

Geleitet wird das Labor von Martin Leitner vom Institut für Betriebsfestigkeit und Schienenfahrzeugtechnik der TU Graz. Er beschreibt den Anspruch des Projekts wie folgt: „Unser Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Methoden bereitzustellen, die der Industrie als Grundlage für eine praktische Nutzung zur Verfügung stehen.“ Kooperationspartner des Labors sind Siemens Mobility Austria GmbH, Plasser & Theurer sowie Miba Frictec GmbH. Gemeinsam sollen Forschungsergebnisse rasch in industrielle Anwendungen überführt werden.

Zwei Forschungsmodule

Inhaltlich gliedert sich das CD-Labor in zwei Module. Im ersten Modul steht die Betriebsfestigkeit geschweißter Stahlstrukturen im Mittelpunkt. Solche Strukturen finden sich etwa in Fahrwerksrahmen und Aufbauten. Untersucht wird, wie Werkstoffwahl, Fertigungsprozesse und Nachbehandlungsverfahren die Lebensdauer von Bauteilen beeinflussen. Auch komplexe reale Belastungsszenarien werden analysiert. Ziel ist es, Laborergebnisse und daraus abgeleitete Auslegungsmethoden zuverlässig auf reale Fahrzeugstrukturen zu übertragen.

Das zweite Modul fokussiert auf die Strukturintegrität ausgewählter Komponenten und Systeme. Ein Schwerpunkt liegt auf dem dynamischen Verhalten von Bremssystemen, insbesondere bei reibungsinduzierten Bremsschwingungen. Neben Simulationen kommen Experimente am Bremsenprüfstand am Campus Inffeldgasse der TU Graz zum Einsatz. Abschließend wird die Betriebsfestigkeit mithilfe weiterentwickelter Methoden zur Vibrationsermüdung bewertet und mit den Fragestellungen des ersten Moduls verknüpft. Darüber hinaus erforscht das Labor Ermüdungs- und Verschleißprozesse im Rad-Schiene-Kontakt sowie in kompletten Reibbremssystemen.

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