Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins wie erwartet erneut stabil gehalten. Bei einer Sitzung am Mittwoch stimmte der Zentralbankrat mit neun zu drei Stimmen für eine Zinspause. Die Zinsspanne bleibt damit zum fünften Mal in Folge bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
Die drei abweichenden Stimmen forderten eine Erhöhung um 25 Basispunkte. Dies zeigt, dass die Ansichten über die aktuelle Inflationssituation innerhalb der Notenbank differieren. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh äußerte auf einer Pressekonferenz, dass die Gespräche unter den Mitgliedern konstruktiv waren. Themen waren unter anderem die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lieferketten und die steigenden Zölle.
Warsh betonte, dass die Garantie der Preisstabilität oberste Priorität habe, obwohl die Vollbeschäftigung in den USA weitgehend erreicht sei. Die Inflationsrate liegt seit über fünf Jahren über dem Zielwert von 2 Prozent und steht durch die jüngsten geopolitischen Spannungen und die damit verbundene Energiekrise unter Druck. Die Tatsache, dass der Rohölpreis kürzlich über die 100-Dollar-Marke gestiegen ist, verstärkt die Herausforderungen für die Geldpolitik.
Die Fed wird nicht zögern zu handeln, jedoch könnten die Auswirkungen vergangener Schocks auf die Märkte, insbesondere die Entwicklungen im Nahen Osten und deren Einfluss auf die Energiepreise, eine Zinsanhebung umso komplizierter machen. Ökonomen heben hervor, dass eine Zinserhöhung nicht die Hauptursache der Inflation bekämpfen kann, solange die Situation im Hormus-Gebiet instabil bleibt.
Einordnung
Die Entscheidung der Fed, den Leitzins unverändert zu lassen, signalisiert eine abwartende Haltung angesichts der anhaltenden Inflationssituation. Dadurch wird der Markt Zeit gegeben, sich zu stabilisieren, während zugleich die Geldpolitik weiterhin auf die Herausforderungen der aktuellen globalen Lage reagieren muss. Zukünftige Zinserhöhungen scheinen unter den gegebenen Umständen wahrscheinlicher zu werden, sobald sich die Situation klärt.


