Wiener Topköche warnen vor Gefahren für die Ernährungssicherheit in Österreich

Juni 13, 2026 10:39
Wiener Topköche warnen vor Gefahren für die Ernährungssicherheit in Österreich

Wiener Spitzenköche warnen vor EU-Reform

Eine bevorstehende Reform des Saatgutrechts der Europäischen Union (EU) sorgt bei der Wiener Spitzengastronomie für Besorgnis. Die Gesetzesänderung könnte die Lebensmittelversorgungssicherheit in Europa gefährden und wird voraussichtlich nächste Woche im EU-Parlament verabschiedet.

Prominente Spitzenköche, darunter Paul Ivić vom vegetarischen Sternerestaurant „TIAN“ und Paul Kolarik vom größten Biorestaurant der Welt, der Luftburg, äußern Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Verfügbarkeit von verfügbarem Saatgut. Sie befürchten, dass Landwirte weniger Möglichkeit haben werden, eigenes Saatgut anzubauen und zu vertreiben, während globale Saatgutkonzerne den Markt dominieren. Ivić betont, dass die Konzentration von Macht und Vielfalt den Zusammenbruch von Demokratie und Ernährungssicherheit zur Folge haben könne.

Kolarik hebt hervor, dass die Zukunft der Wiener Küche bereits auf den Feldern entschieden wird und vor allem von der Verfügbarkeit einer Vielzahl von Saatgutsorten abhängt. Die Einschränkung auf weniger Saatgutsorten könnte die kulinarische Vielfalt negativ beeinflussen und in eine „Ein-Rezept-Küche“ führen, wie es Saatgutrechtsexperte Paul Grabenberger von der Gesellschaft zur Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt „Arche Noah“ formuliert. Er fordert, dass das Ernährungssystem robust und widerstandsfähig gestaltet werden muss.

Die „Arche Noah“ hat gemeinsam mit 122 Gastronominnen und Gastronomen aus 19 europäischen Ländern einen offenen Brief an das EU-Parlament sowie die Landwirtschaftsminister verfasst. Der Brief appelliert an die Entscheidungsträger, die Saatgutvielfalt zu schützen, um auch zukünftigen Generationen eine sichere und vielfältige Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten.

Einordnung

Die bevorstehende Reform des Saatgutrechts könnte die Verfügbarkeit von lokalem Saatgut einschränken und die Machtverhältnisse im Lebensmittelmarkt zu Lasten der Landwirte verschieben. Dies hat direkte Auswirkungen auf die kulinarische Vielfalt und die Esskultur in Europa, die auf vielfältigen und regionalen Produkten basiert.

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