Österreichs Wirtschaft wächst trotz Krisen moderat
Österreichs Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll in diesem Jahr um 0,8 Prozent (IHS) beziehungsweise 0,9 Prozent (Wifo) wachsen. Diese Prognosen wurden am Donnerstag in Wien veröffentlicht, wobei das Wifo seine BIP-Prognose für 2026 bestätigte und das IHS die Wachstumsprognosen um 0,3 Prozentpunkte anpasste.
Wifo-Direktor Gabriel Felbermayr beschrieb das bevorstehende Wachstum als „nicht stürmisch, sondern ganz passabel angesichts der Krisen“. IHS-Direktor Holger Bonin äußerte, die Wirtschaft sei „noch einmal davongekommen“. Die Inflation wird für dieses Jahr auf 3,0 Prozent (IHS) bzw. 3,2 Prozent (Wifo) geschätzt.
Die Verhandlungen zwischen Iran und den USA über ein mögliches Kriegsende haben kürzlich zu einem Rückgang der Öl- und Spritpreise geführt. Felbermayr betonte die anhaltend hohe Unsicherheit in der Wirtschaftslage. Die Revision der Wirtschaftsdaten durch die Statistik Austria im Juni trug zur Optimierung der Wachstumsprognosen bei, da das Wachstum für 2025 von 0,6 auf 0,8 Prozent korrigiert wurde.
Im Kontext des Iran-Kriegs wird erwartet, dass dieser nur „eine leichte Wachstumsdelle“ verursachen könnte, während der Energiepreisschock als nicht so gravierend wie während des Ukraine-Kriegs beurteilt wird. Das Wifo rechnet damit, dass die Konjunktur ab der zweiten Jahreshälfte wieder an Fahrt gewinnen wird.
Die realen Einkommen der Haushalte werden durch die hohe Inflation belastet, was die Konsumausgaben verringert. Für den Handel wird daher nur ein leichtes Wachstum prognostiziert. Für das Jahr 2024 hat das IHS seine BIP-Prognose um 0,2 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent angehoben.
Einordnung
Die Prognosen verdeutlichen eine langsame, aber positive wirtschaftliche Entwicklung in Österreich trotz externer Herausforderungen. Die Anpassungen der Wachstumsraten lassen auf eine gewisse Stabilität schließen, während die Regierung weiterhin vor der Herausforderung steht, die Inflation zu bekämpfen und die Kaufkraft der Bevölkerung zu stärken.


