Windpark Gnadendorf-Stronsdorf im Bezirk Mistelbach eröffnet

Juni 14, 2026 09:59
Windpark Gnadendorf-Stronsdorf im Bezirk Mistelbach eröffnet

Eröffnung des Windparks Gnadendorf-Stronsdorf

Am 12. Juni 2026 feierten rund 500 Besucherinnen und Besucher die offizielle Eröffnung des Windparks Gnadendorf-Stronsdorf.

Das Gemeinschaftsprojekt der Gemeinden Gnadendorf und Stronsdorf versorgt bereits etwa 26.000 Haushalte mit Ökostrom und setzt mit einer bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung einen neuen Standard für Windkraftanlagen in Niederösterreich. Der erfolgreiche Abschluss dieses Vorhabens folgt auf die Einreichung zum Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren (UVP) im Jahr 2015 und den Baustart im Februar 2025. In den beiden Gemeinden wurden insgesamt sieben moderne Windkraftanlagen installiert, die seit Frühjahr 2026 in Betrieb sind.

Die Eröffnung wurde mit einem Fest begangen, bei dem Besucher die Möglichkeit hatten, den Windpark zu besichtigen. Besonders gefragt waren Kranfahrten mit Aussicht auf die Anlagen sowie geführte Touren.

Erste bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung

Mit der Implementierung der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung ist der Windpark Gnadendorf-Stronsdorf der erste seiner Art in Niederösterreich. Diese Technologie aktiviert die roten Warnlichter auf den Windkraftanlagen nur, wenn sich ein Luftfahrzeug nähert. Im vergangenen Monat waren die Lichter nur etwas mehr als eine Stunde eingeschaltet, was zeigt, dass sie in rund 99 Prozent der Zeit nicht aktiviert wurden. Dies trägt zur Reduzierung der nächtlichen Sichtbarkeit der Anlagen bei.

Bedeutung für die Energiepolitik

Manfred Schulz, Abgeordneter im NÖ Landtag und Bürgermeister von Gnadendorf, unterstrich die Vorbildfunktion des Projekts für die energiepolitischen Ziele des Landes. Er betonte, dass Niederösterreich auf heimische, saubere Energiequellen setzt und die Windkraftproduktion bis 2035 verdreifachen möchte. Johannes Denner, Bürgermeister von Stronsdorf, hob die Geduld im Planungs- und Genehmigungsprozess hervor und betonte die Vorteile der neuen Nachtkennzeichnung für die Bevölkerung.

Technische Details und Umweltbeitrag

Stefan Szyszkowitz, Vorstandssprecher der EVN, bezeichnete die Inbetriebnahme des Windparks als wichtigen Fortschritt. Der Windpark hat eine Gesamtleistung von 28,8 Megawatt, bestehend aus einer 3,6 Megawatt-Anlage und sechs 4,2 Megawatt-Anlagen. Die Nabenhöhen betragen 117 und 145 Meter, die Rotordurchmesser 126 und 150 Meter. Durch die Nutzung von Windkraft werden jährlich etwa 49.900 Tonnen CO₂ eingespart, was dem Jahresausstoß von rund 20.000 Pkw entspricht.

Einordnung

Der Windpark Gnadendorf-Stronsdorf stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Windnutzung sowie einen Beitrag zum Klimaschutz dar. Mit der neuen Technologie zur Nachtkennzeichnung wird die Sichtbarkeit der Anlagen für Anwohner verringert, was die Akzeptanz für Windkraftprojekte fördern kann.

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