Eine Veranstaltung der Wirtschaftskammer im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld liefert wertvolle Impulse für nachhaltiges Wirtschaftswachstum im Jahr 2026. Dabei präsentierten regionale Unternehmer Einblick in ihre Erfolgsstrategien.
HARTBERG. Kürzlich trafen sich Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in Hartberg beim WKO-Impulstalk, um die grundlegenden Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum in der Region zu erörtern. Darüber berichtet Welt Stimme.
Im Fokus der Diskussionen standen die Erhaltung und der Ausbau der Thermenbahn, die Stärkung des Fachkräftepotenzials vor Ort und die Förderung bezirksübergreifender Kooperationen.
Josef Herk, Präsident der Steiermärkischen Wirtschaftskammer, forderte eine Allianz für Wachstum in ganz Steiermark: „Die Menschen spüren, dass wir an einem Wendepunkt angelangt sind. Wir können diesen 2026 aktiv gestalten – oder wir werden gestaltet.“
Wachstum durch Abbau von Bürokratie
Laut Herk sind klare Rahmenbedingungen anstelle lähmender Bürokratie notwendig. Es braucht Mut, bestehende Strukturen neu zu überdenken und Ressourcen gezielt einzusetzen. Investitionen in Forschung, Entwicklung und Infrastruktur sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Eine Pensionsreform und bezahlbare Energie bezeichnete er als zentrale Hebel für den Aufschwung. Angesichts der demografischen Entwicklung plädiert Herk für eine automatische Anpassung des Pensionsantrittsalters nach dänischem Vorbild.
Infrastruktur als Wachstumsmotor
Die WKO-Regionalstellenobmann Christian Sommerbauer und WKO-Regionalstellenleiterin Simone Pfeiffer betonten die zentrale Rolle der Infrastruktur für das unternehmerische Wachstum in der Region: „Der Bezirk Hartberg-Fürstenfeld profitiert aktuell von der guten Verkehrsanbindung nach Graz und Wien über die A2 und S7. Gleichzeitig müssen Optimierungsmöglichkeiten konsequent aufgezeigt werden, um die Region langfristig attraktiv zu halten.“
Essenziell sind laut Pfeiffer der Erhalt und der Ausbau der Thermenbahn, eine zweite Autobahnabfahrt in Hartberg sowie eine nachhaltige Anbindung an die Ost- und Koralmbahn über eine Neubaustrecke Hartberg–Fürstenfeld–Gleisdorf.
Die regionalen Kammer-Spitzen unterstrichen zudem, dass die WKO Regionalstelle Hartberg-Fürstenfeld im Rahmen der Initiative „meinjob Oststeiermark“ aktiv am Ausbau des Fachkräftepotenzials arbeitet, um qualifizierte Arbeitskräfte zurückzugewinnen, die zurzeit auspendeln.
Neue Märkte erschließen
Julia Fandler, Geschäftsführerin der Ölmühle Fandler in Pöllau bei Hartberg, hob die Bedeutung neuer Märkte hervor: „Für hochwertige Nischenprodukte wie unsere ist der österreichische Markt mittlerweile eng. Um nachhaltig wachsen zu können, müssen wir konsequent exportieren und neue Märkte erschließen.“
Regionales Engagement
Kurt Wilfinger, Geschäftsführer der Wilfinger GmbH, eines Unternehmens für Transport und Logistik, setzt auf regionale Stärke. „Unser Motto zum Thema Wachstum lautet ganz klar: in der Region für die Region. Wir haben uns in den letzten Jahren verstärkt auf unsere Kernkompetenzen im Rundholz- und Krantransport konzentriert, weil hier die Nachfrage am größten ist.“
Internationalisierung als Schlüssel
Markus Krainer, Standortleiter der Nidec Global Appliance Austria GmbH in Fürstenfeld, betonte, dass auch Internationalisierung ein Schlüssel für nachhaltiges Wachstum und langfristige Standortabsicherung sei. „Internationalisierung bedeutet für uns nicht, alles zentral zu bündeln, sondern globale Stärke mit lokalen Kompetenzen zu verbinden.“
Josef Zettl, Geschäftsführer der Durmont GmbH, die unter anderem hochwertige Teppichlösungen für die Automobilindustrie entwickelt, ergänzte: „Wir bekennen uns klar zu Qualität und Leistung, was unsere Wettbewerbsposition gegenüber Anbietern aus Deutschland oder den Niederlanden stärkt. Durch Digitalisierung und Effizienzsteigerungen sichern wir unsere Zukunftsfähigkeit und den Standort Hartberg.“


