WKO Steiermark fordert Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftslage in der Steiermark

Dezember 4, 2025 14:42
WKO Steiermark fordert Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftslage in der Steiermark

Die Wirtschaft in der Steiermark befindet sich weiterhin in einer rezessiven Phase, wie das aktuelle Wirtschaftsbarometer der WKO Steiermark zeigt. Die schwachen Signale aus dem Sommer haben sich nicht bestätigt, viele Betriebe melden eine Verschlechterung der Lage. „Wir brauchen eine Entlastung des Faktors Arbeit und bei den Energiepreisen sowie eine echte Entbürokratisierungsoffensive“, so die WKO-Spitze. Darüber berichtet Welt Stimme.

STEIERMARK. Das Wirtschaftsklima in der Steiermark wird als „rau, mit zögerlichen Erholungstendenzen“ beschrieben, laut den neuesten Ergebnissen des Wirtschaftsbarometers. Die steirische Konjunktur bleibt somit in einer rückläufigen Phase. „Leider haben sich die leicht positiven Einschätzungen der Sommerumfrage nicht verfestigt, die Erholungstendenzen bleiben zögerlich“, fassen Präsident Josef Herk und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg die Kernergebnisse zusammen.

Pessimistischer Blick in die Zukunft

Von den 784 befragten Unternehmerinnen und Unternehmern gaben 60,7 Prozent an, eine Verschlechterung des Ist-Stands zu erleben, während lediglich 6,0 Prozent eine Verbesserung des Wirtschaftsklimas meldeten, was einen Saldenwert von -54,7 Prozentpunkten ergibt. Dieser Wert ist zwar leicht besser als der zuletzt gemeldete Wert von -58,7 Prozentpunkten, doch der Saldo der Erwartungen für das allgemeine Wirtschaftsklima ist weniger optimistisch: 51,9 Prozent blicken mit Skepsis auf die kommenden zwölf Monate, während nur 8,7 Prozent optimistisch sind.

Die pessimistische Einschätzung betrifft nicht nur die allgemeine Wirtschaftslage. Auch die eigenen Unternehmen sehen sich mit negativen Saldenwerten konfrontiert, ausgenommen das Preisniveau. Hohe Arbeitskosten, zu viele Steuern und Abgaben, sowie teure Energie und überbordende Bürokratie werden in der aktuellen Umfrage als größte Herausforderungen für die Wettbewerbsfähigkeit identifiziert.

Die angespannte wirtschaftliche Lage zeigt sich quer durch alle Unternehmensgrößen, mit leichten Unterschieden: Ein-Personen-Unternehmen sowie Klein- und Mittelunternehmen verzeichnen häufig Umsatzrückgänge und blicken mehrheitlich pessimistisch in die Zukunft. Großunternehmen hingegen zeigen sich stabiler, da sie trotz schwieriger Rahmenbedingungen einen positiven Umsatzsaldo aufrechterhalten. Insgesamt bleibt die wirtschaftliche Stimmung in allen Segmenten gedämpft – es gibt schwache Hoffnungszeichen, aber eine echte Erholung ist noch nicht in Sicht.

WKO nimmt Politik in die Pflicht

Herk und Dernoscheg fordern von der Politik konkrete Entlastungsmaßnahmen, insbesondere in den Bereichen Arbeits- und Energiekosten sowie schnellere Genehmigungsverfahren und weniger Bürokratie. Ein zentrales Anliegen ist es, dass „die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts oberste Priorität haben muss.“ Große Hoffnungen setzen die WKO-Spitze auf die Eröffnung der Koralmbahn und die Umsetzung einer gemeinsamen regionalpolitischen Agenda.

„Diese Agenda beginnt beim Arbeitsmarkt – Stichwort Skills – und führt über den weiteren Infrastrukturausbau sowie den F&E- und Innovationsbereich bis hin zu einer gemeinsamen Vermarktung mit der neuen Dachmarke Area Süd.“
WKO Steiermark Präsident Josef Herk und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg

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