WKO Steiermark meldet Umsatzplus, aber Inflation zieht reales Minus im Handel nach sich

August 21, 2026 01:53
WKO Steiermark meldet Umsatzplus, aber Inflation zieht reales Minus im Handel nach sich

Steirischer Handel verzeichnet Umsatzplus, bleibt aber unter Preisniveau

Der steirische Handel hat im ersten Halbjahr 2026 einen Netto-Umsatz von 18,2 Milliarden Euro erzielt. Dies entspricht einem nominalen Anstieg von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, jedoch zeigt die Preisentwicklung einen realen Rückgang von 1,2 Prozent. Die Inflation betrug im gleichen Zeitraum 3,0 Prozent, was die Umsatzsteigerungen der Branche beeinträchtigt.

Im Einzelhandel stiegen die Umsätze nominell um 1,8 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro, real wurde jedoch ein Rückgang von 0,2 Prozent verzeichnet. Die größten Zuwächse gab es in den Bereichen Spiel und Sport (+6,7 Prozent), Bücher und Zeitungen (+5,5 Prozent), sowie Drogerien und Apotheken (+4,2 Prozent). Ein Rückgang wurde hingegen vor allem in den Segmenten Elektro, Möbel sowie Bau- und Heimwerkerbedarf festgestellt.

Der Großhandel konnte nominell um 1,4 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro zulegen, real sank der Umsatz jedoch um 2,5 Prozent. Die Kfz-Branche zeigte sich hingegen positiv und verzeichnete sowohl nominell als auch preisbereinigt ein Umsatzplus.

Die Preisentwicklung weist erhebliche Unterschiede zwischen den Handelsbranchen auf. Besonders stark stiegen die Preise im Uhren- und Schmuckhandel (+10,2 Prozent) aufgrund der hohen Goldpreise. Im Lebensmitteleinzelhandel lag der Preisanstieg bei moderaten 1,9 Prozent, während Produkte in den Bereichen Spiel und Sport (-2,1 Prozent) und Elektro, Möbel und Baubedarf (-1,0 Prozent) günstiger wurden. Preisbereinigt verzeichnete der Spiel- und Sporthandel das größte Plus (+8,8 Prozent).

Einordnung

Die Daten zeigen, dass der Umsatz im steirischen Handel zwar gestiegen ist, aber aufgrund der hohen Inflation und Preissteigerungen die realen Umsätze vieler Sektoren gesunken sind. Dies hat auch negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Die Zahl der Beschäftigten im Handel ist um 0,7 Prozent gesunken, während die Arbeitslosigkeit um 6,5 Prozent gestiegen ist.

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