Wann digitale Nebeneinkünfte in Österreich steuerpflichtig werden: Expertenrat zu neuen EU-Vorgaben

August 30, 2025 05:33
Wann digitale Nebeneinkünfte in Österreich steuerpflichtig werden: Expertenrat zu neuen EU-Vorgaben

Im digitalen Zeitalter gewinnen Nebeneinkünfte über Online-Plattformen wie Airbnb, Etsy oder Instagram zunehmend an Bedeutung. Mit der Einführung der EU-Richtlinie DAC7 und der automatischen Übermittlung von Umsatzdaten an das Finanzamt rücken steuerliche Pflichten auch bei geringeren Einnahmen verstärkt in den Fokus der Behörden. Edin Salihodzic, Gründer der Steuerberatungskanzlei Team23, erklärt, wann Nebeneinkünfte in Österreich steuerpflichtig werden. Darüber berichtet Welt Stimme.

In Österreich gibt es fast 50.000 aktive Angebote über Airbnb, wobei die durchschnittlichen Einnahmen in Wien bei rund 26.200 Euro jährlich liegen. Zudem verkaufen 37 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher gebrauchte Waren online, mit einem durchschnittlichen Umsatz von etwa 240 Euro pro Person. Diese Entwicklungen werfen die entscheidende Frage auf: Ab wann wird ein Nebenverdienst steuerlich relevant?

Steuerfalle digitale Nebeneinkünfte

Die Antwort auf diese Frage ist seit Anfang 2024 klarer denn je. Die EU-Richtlinie DAC7 verpflichtet Plattformen wie Airbnb, Etsy und Instagram, ihre Umsätze automatisch an das Finanzamt zu melden. „Daraus wird deutlich, dass Nebeneinkünfte kein blinder Fleck mehr sind“, betont Salihodzic. Aktuelle Verfahren in Deutschland gegen Influencerinnen und Influencer wegen mutmaßlichem Steuerbetrug verdeutlichen, dass viele die steuerlichen Pflichten unterschätzen. „Viele glauben fälschlicherweise, dass sie unter 13.308 Euro immer auf der sicheren Seite sind“, warnt Salihodzic.

In Österreich gilt die Einkommensteuer für Selbstständige ab einem Jahreseinkommen von 13.308 Euro. Für unselbstständige Erwerbstätige besteht bereits ab 11.000 Euro Lohnsteuerpflicht. Unregelmäßige Einnahmen bis zu 730 Euro jährlich sind steuerfrei, solange sie ohne Gewinnerzielungsabsicht und unregelmäßig erzielt werden. Überschreiten die Einnahmen diese Grenzen, wird eine steuerliche Meldung erforderlich.

Ab wann ist ein Nebeneinkommen steuerpflichtig?

Salihodzic weist darauf hin, dass die neue Meldepflicht die Transparenz bezüglich Nebeneinkünften erhöht, was Nachzahlungen, Strafen und Zinsen zur Folge haben kann. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nur gelegentlich hinzuverdienen, müssen stets vorsichtig sein, insbesondere bei der Abgrenzung von selbstständiger und gewerblicher Tätigkeit. „Regelmäßige, auch kleine Einnahmen können schnell zur Gewerbeanmeldungspflicht führen“, so Salihodzic.

Steuerfallen vermeiden – so geht’s

Die häufigsten Fehler entstehen durch die Unterschätzung von Einnahmen und Pflichten. „Es sind nicht die großen Fehler, sondern viele kleine Versäumnisse – und die summieren sich schnell“, erläutert Salihodzic. Daher empfiehlt er, alle Einnahmen sorgfältig zu dokumentieren und Belege aufzubewahren. Eine frühzeitige Planung und die Trennung von Einnahmen und Ausgaben sind entscheidend, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Professionelle Unterstützung durch Steuerberater kann hier zusätzlich Klarheit schaffen.

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