Winkelbauer aus Anger bei Weiz expandiert in die Verteidigungsindustrie mit neuen Zertifizierungen und Investitionen

September 2, 2025 20:22
Winkelbauer aus Anger bei Weiz expandiert in die Verteidigungsindustrie mit neuen Zertifizierungen und Investitionen

Das steirische Traditionsunternehmen Winkelbauer aus Anger bei Weiz hat mit neuen Zertifizierungen und millionenschweren Investitionen in den Maschinenpark den Zugang zur Verteidigungsindustrie erlangt. Darüber berichtet Welt Stimme.

ANGERS BEI WEIZ. Der hochfeste Panzerstahl, produziert von SSAB unter dem Markennamen „Armox“, ist im europäischen Raum äußerst rar. Diese Stahlqualitäten sind entscheidend für wichtige Rüstungsprogramme wie den Leopard 2, Boxer und Puma.

Winkelbauer verarbeitet seit über zwei Jahrzehnten Panzerstahl und ist mit einem jährlichen Einsatz von rund 3.000 Tonnen „Hardox“ der größte Verarbeiter in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und setzt auf modernste Techniken in der Verarbeitung von hochfestem Stahl.

Neue Türen öffnen sich

„Der ‚Defence‘-Markt bietet langfristige Marktpotenziale und eine stabile Nachfrage“, äußert Geschäftsführer Michael Winkelbauer. Er betont zudem: „Es geht darum, die zu schützen, die uns schützen.“ Diese Entwicklung wird als ein zuverlässiger Pfeiler für Beschäftigung und wirtschaftliche Wertschöpfung in einem zunehmend volatilen Umfeld angesehen.

Winkelbauer weist darauf hin, dass die sicherheitspolitische Lage in Europa sich fundamental verändert hat, und mahnt an: „Verteidigung wurde jahrzehntelang nicht ernst genommen und wertgeschätzt, obwohl sie zentrale Voraussetzung für Stabilität und Souveränität ist.“

Die langfristigen Ambitionen des Unternehmens sind klar: „Unsere Erfahrung mit hochfestem Stahl und unsere industrielle Infrastruktur geben uns das Fundament, um Komponenten für sicherheitskritische Anwendungen verlässlich zu liefern“, erklärt Winkelbauer.

Premierenaufträge sind erfolgt

Bereits erste Produkte für die Verteidigungsindustrie wurden ausgeliefert, darunter schusssichere Einhausungen für sicherheitskritische Infrastrukturen. Das österreichische Bundesheer und die Schweizer Rüstungsbehörde „armasuisse“ sind unter den Abnehmern.

Stephan Winkelbauer, für das Geschäftsfeld verantwortlich, erkennt großes Wachstumspotenzial, insbesondere in der Herstellung von Schutzkomponenten. „Unsere Fertigungstiefe ist ein entscheidender Faktor“, betont er. „Alles geschieht bei uns im Haus – vom Zuschnitt bis zum einbaufertigen Bauteil.“

Millioneninvestitionen als perfekte Basis

Das Unternehmen hat kürzlich die Zertifizierung nach DIN 2303 für die Herstellung wehrtechnischer Produkte abgeschlossen und investierte Millionen in moderne Schneidanlagen und Roboterschweißtechnik. Die Kran- und Lackierkapazitäten wurden ebenfalls erheblich erweitert.

Stephan und Michael Winkelbauer heben hervor, dass die vergangenen Investitionen auf Effizienz und Präzision durchgängiger Digitalisierung ausgerichtet waren, was dem Unternehmen nun signifikant in der Verteidigungsindustrie zugutekommt.

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