Ein Jahr nach dem Hochwasser: Zusammenhalt im Traisental trotz erheblicher Schäden

September 3, 2025 10:33
Ein Jahr nach dem Hochwasser: Zusammenhalt im Traisental trotz erheblicher Schäden

Die Bilder der überfluteten Straßen, vollgelaufenen Keller und erschöpften Einsatzkräfte sind auch ein Jahr nach den Starkregenereignissen im Traisental noch präsent. Doch neben den Verwüstungen bleibt vor allem eines in Erinnerung: das außergewöhnliche Miteinander von Bevölkerung, Feuerwehr und Hilfsorganisationen. Darüber berichtet Welt Stimme.

HERZOGENBURG/TRAISMAUER. In Herzogenburg erinnert sich Vizebürgermeister Richard Waringer (SPÖ) an die dramatischen Stunden: „Wir haben gelernt, dass jeder sich auch selbst Gedanken machen sollte, wie er sein Eigentum schützt – sei es mit Pumpen, Sandsäcken oder anderen Vorsorgemaßnahmen. Denn wenn es hart auf hart kommt, können die Kameraden der Feuerwehr nicht bei jedem gleichzeitig sein.“

Gemeinsam Stark!

Die Situation war auch in Traismauer ernst: Zahlreiche Straßen standen unter Wasser. Bürgermeister Herbert Pfeffer hebt hervor, dass der Hochwasserschutz entlang der Traisen rechtzeitig fertiggestellt war: „Gottseidank konnte uns die Anlage vor Schlimmerem bewahren. Ich bin heute noch froh über den großartigen Einsatz unserer acht Feuerwehren, die tagelang pausenlos im Einsatz waren. Ohne sie hätte die Situation in Traismauer ganz anders ausgesehen.“

Nicht nur die Feuerwehren leisteten Außergewöhnliches. Viele Bürgerinnen und Bürger packten mit an – sie befüllten Sandsäcke, stellten Unterkünfte zur Verfügung, kochten warme Mahlzeiten für die Helfer und standen in unzähligen Stunden Seite an Seite.

Ersthelfer unter Wasser

Christina Höchtl, Rettungssanitäterin, erinnert sich noch genau an diese Tage: „Am Morgen des ersten Katastrophentages befand ich mich gerade im Nachtdienst. Gegen sieben Uhr wollte ich nach Hause fahren, doch die Straßensperren machten das unmöglich.“ Nach stundenlangem Dauereinsatz fand sie ihr Zuhause unter Wasser vor: „Von meinem Auto ragte nur noch das Dach aus den Fluten.“ Und doch überwiegt für sie eine Erkenntnis: „Der größte Lichtblick war die Hilfsbereitschaft. Menschen, die selbst alles verloren hatten, halfen ohne zu zögern ihren Nachbarn. Dieser unerschütterliche Zusammenhalt war das, was uns alle durch diese Katastrophe getragen hat.“

Zusammenhalt

Ein Jahr nach den Ereignissen zeigt sich: Die Schäden waren erheblich, jedoch hat die Krise auch verdeutlicht, wie stark die Gemeinden zusammenstehen, wenn es darauf ankommt. Aus Not wurde Nachbarschaftshilfe, aus Verzweiflung Solidarität. Was bleibt, ist die Gewissheit: Die wahre Stärke des Traisentals liegt nicht nur in technischen Schutzanlagen, sondern vor allem im Zusammenhalt seiner Menschen.

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