Mistelbach: Koch erhält nach Unterstützung der AK über 2.500 Euro nachbezahlt

September 9, 2025 19:52
Mistelbach: Koch erhält nach Unterstützung der AK über 2.500 Euro nachbezahlt

Ein 39-jähriger Koch aus dem Bezirk Mistelbach erhielt nach einem Konflikt über Lohnabrechnungen mehr als 2.500 Euro zurück, nachdem die Arbeiterkammer Niederösterreich intervenierte. Darüber berichtet Welt Stimme.

NÖ/BEZIRK MISTELBACH. Der Koch wandte sich an die Bezirksstelle Mistelbach der AK Niederösterreich, nachdem er vermutete, dass ihm bei der Auflösung seines Dienstvertrags Lohnansprüche vorenthalten wurden. Die AK prüfte seine Unterlagen und stellte fest, dass für 80 geleistete Überstunden sowie für 43 Sonn- und Feiertage keine Zuschläge gezahlt worden waren. Zudem waren vier Wochen Urlaub nicht abgegolten.

Die AK konfrontierte den ehemaligen Arbeitgeber des Kochs, ein Lokal im Bezirk Mistelbach, mit diesen offenen Forderungen. Der Druck der AK führte dazu, dass der Betrieb schließlich die fehlenden 2.500 Euro netto überwies. Bezirksstellenleiter Rudolf Westermayer betonte: „Dieser Fall zeigt deutlich: Der Gang zur AK lohnt sich. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen mit Expertise und großem Einsatz.“

Fast zwei Millionen Euro für die Region

Der Fall des Kochs ist offenbar kein Einzelfall, wie die Halbjahresbilanz 2025 der AK-Bezirksstelle Mistelbach zeigt. Zwischen Januar und Juni suchten nahezu 4.400 Menschen die Beratung der AK auf, in 1.469 Fällen war eine tiefere Unterstützung erforderlich. Insgesamt konnten im Bezirk mehr als 1,9 Millionen Euro für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erkämpft werden, wovon über 1,1 Millionen Euro im Rahmen der Insolvenzvertretung erzielt wurden.

„Gerade in Zeiten von wirtschaftlichen Krisen zeigt sich, wie wichtig eine regionale Anlaufstelle ist“, erklärt Westermayer weiter. „Wir konnten im ersten Halbjahr fast 2.000.000 Euro für die Menschen in der Region sichern.“

Teilzeit im Fokus

Landesweit zeigt die AK Niederösterreich ebenfalls einen hohen Bedarf an Unterstützung. Im ersten Halbjahr 2025 wandten sich mehr als 74.000 Menschen an die AK, in fast 6.400 Fällen musste die AK aktiv werden, sei es durch Interventionen oder Klagen. Insgesamt wurden 68,8 Millionen Euro an Nachzahlungen erkämpft, häufig für ausstehende Löhne, Abfertigungen oder Kündigungsentschädigungen.

Ein besonderes Augenmerk gilt den Teilzeitbeschäftigten, die in vielen Fällen regelmäßig mehr Stunden arbeiten, als vertraglich vereinbart, ohne die entsprechenden Zuschläge zu erhalten. „Das ist nicht nur unfair, sondern widerspricht auch den gesetzlichen Vorgaben“, erklärte AK-Kammerrat Peter Schaludek. Teilzeitbeschäftigte haben zudem das Recht, bei frei werdenden Vollzeitstellen vorrangig berücksichtigt zu werden, was in vielen Betrieben nicht eingehalten wird.

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