In Belarus haben am Montag die groß angelegten Militärübungen „West-2025“ begonnen, die offiziell die Verteidigungsfähigkeit Russlands und seines engsten Verbündeten demonstrieren sollen. Beobachter sehen darin jedoch vor allem eine propagandistische Inszenierung: Die russische Armee ist durch den Krieg gegen die Ukraine stark ausgelaugt, und die Manöver wirken eher wie eine Machtdemonstration für die heimische Öffentlichkeit als wie ein realistischer Beweis militärischer Stärke.
Propagandaeffekt im Fokus
Die Übungen sind darauf ausgerichtet, ein Bild der Stärke zu erzeugen, das vor allem auf die russische und belarussische Gesellschaft abzielt. Moskau will vermitteln, dass „der ganze Westen uns fürchtet“. Dabei greift die staatliche Kommunikation auch die Präsenz westlicher Militärbeobachter auf und deutet sie als angeblichen Beleg für die wachsende Besorgnis der NATO über russische Fähigkeiten.
Veraltete Taktiken und fehlende High-Tech-Waffen
Trotz lautstarker Ankündigungen russischer und belarussischer Offizieller blieben bei „West-2025“ moderne Kriegsmethoden weitgehend außen vor. Weder der breite Einsatz von Drohnen noch die Nutzung gelenkter Luft-Bomben, die im Ukrainekrieg eine zentrale Rolle spielen, wurden demonstriert. Stattdessen dominierten klassische Manöver wie Luftlandeoperationen, Tiefflug-Bombardements und Panzerangriffe – Methoden, die sich im aktuellen Kriegsgeschehen als wenig effektiv erwiesen haben. Auch die angekündigte Erprobung des Raketensystems „Oreschnik“ blieb ohne sichtbare Belege.
Botschaft an den Westen und innere Spannungen
Die Übungen liefern kein vollständiges Bild der realen Schlagkraft der russischen Streitkräfte, die ihre Fähigkeiten weiterhin auf dem Schlachtfeld in der Ukraine zeigen. Gleichwohl richtet sich die Botschaft klar gegen die NATO: Die parallelen Vorfälle mit russischen Drohnenflügen über Mitgliedsstaaten des Bündnisses unterstreichen die aggressive Haltung Moskaus. Für Belarus haben die Manöver zudem eine eigene Bedeutung: Minsk versucht, mit der Aufmerksamkeit der USA und Europas ein gewisses Gegengewicht zum wachsenden Einfluss Russlands zu schaffen.


