Lehre in Tirol: Laurin Plattner und Thomas Laiminger über ihre Ausbildung bei Holzbau Foidl in Fieberbrunn

September 17, 2025 15:02
Lehre in Tirol: Laurin Plattner und Thomas Laiminger über ihre Ausbildung bei Holzbau Foidl in Fieberbrunn

Interview mit den Lehrlingen Laurin Plattner und Thomas Laiminger, Holzbau Foidl, Fieberbrunn.

KITZBÜHEL, FIEBERBRUNN, ST. JOHANN. Laurin Plattner (15) und Thomas Laiminger (17) aus St. Johann haben sich entschieden, Zimmerer zu werden. Mit Zielstrebigkeit und Begeisterung für das Handwerk arbeiten sie bei Holzbau Foidl in Fieberbrunn und berichten, warum dieser Berufsweg für sie der richtige ist. Darüber berichtet Welt Stimme.

MEINBEZIRK: Warum habt ihr euch für diesen Beruf entschieden?
Laurin: „Ich empfinde Holz als einen faszinierenden Baustoff, der eine warme und natürliche Ausstrahlung hat. Es ist ein schöner Beruf, der eine tiefe Verbindung zur Natur ermöglicht.“
Thomas: „Ich wollte von klein auf Zimmerer werden. Mein Vater ist sowohl Zimmerer als auch Landwirt. Ich habe viel von ihm gelernt, mit Holz zu arbeiten und daraus etwas Nützliches zu bauen.“

Warum macht ihr die Ausbildung bei der Holzbau Foidl in Fieberbrunn?
Laurin: „Ich kenne Leute, die hier arbeiten, und habe nur Gutes über den Betrieb gehört. Ich habe im Internet nachgeschaut, was hier gemacht wird, denn es gibt große Unterschiede darin, was die Zimmerer tun. Ich habe eine Woche lang geschnuppert und mich hier sofort wohlgefühlt.“
Thomas: „Mein Vater hat hier jahrelang gearbeitet. Ich hätte nie eine andere Zimmerei in Betracht gezogen.“

Wie verläuft so eine Ausbildung?
Laurin: „Um 7 Uhr morgens beginnt mein Arbeitstag. Wir packen das Werkzeug zusammen und fahren zu einer Baustelle. Dort werden mir meine Aufgaben von meinen Arbeitskollegen erklärt und gezeigt. Das Praktische lernt man Schritt für Schritt im Betrieb. Wir sind hier 42 Mitarbeiter, aber es fühlt sich an wie in einer Großfamilie. Zwei Monate pro Jahr gibt es Blockunterricht in der Berufsschule in Absam.“
Thomas: „Bei uns kannst du eine dreijährige Ausbildung zum Zimmerer oder eine vierjährige Ausbildung zum Zimmerer-Techniker machen. Letztere umfasst zusätzlich Kenntnisse in Statik und Zeichnen. Ich habe bereits die Landwirtschaftsschule in Weitau absolviert und bin hier gleich ins zweite Lehrjahr eingestiegen. Ob ich als Zimmereitechniker weitermachen werde, entscheide ich später.“

Wie hat sich euer Leben seit Beginn der Ausbildung verändert?
Laurin: „Der Wechsel von der HIB-Schule in Saalfelden zur Arbeit ist mir leichtgefallen. Ich bin eher der Typ, der gerne praktisch arbeitet, und mit der Theorie habe ich nicht so viel am Hut. Ich bin selbstständiger geworden, habe mehr körperliche Kraft bekommen, verdiene mein eigenes Geld und plane, bald einen Führerschein zu machen. Außerdem spare ich für ein Auto.“
Thomas: „Mein Leben hat sich im Prinzip kaum verändert, nur dass ich nicht mehr die Schulbank drücke, sondern arbeite und über eigenes Geld verfüge. Ich kann mir das kaufen, was ich mir wünsche. Ich mache gerade meinen Führerschein und spare auch für mein eigenes Auto.“

Welche Ziele habt ihr nach der Ausbildung?
Laurin: „Ich möchte danach eine Meisterprüfung als Zimmerer machen.“
Thomas: „Ich möchte weiter in der Firma bleiben und vielleicht zu Hause den landwirtschaftlichen Betrieb übernehmen.“

Würdet ihr eine Lehre den jungen Menschen empfehlen?
Laurin: „Für diejenigen, die mit der Schule nicht viel anfangen können, kann ich diese Ausbildung nur empfehlen. Hier lernt man viele neue Fähigkeiten, die im Leben nützlich sind.“
Thomas: „Das Handwerk sollte erhalten bleiben, denn gute Handwerker werden immer gebraucht.“

Ausgezeichneter Lehrbetrieb

Josef Foidl, Geschäftsführer eines traditionsreichen Familienunternehmens mit 136-jähriger Geschichte, zeigt sich sehr zufrieden mit seinen Lehrlingen. Jedes Jahr gibt es mehr Bewerbungen, als sein Unternehmen Plätze anbieten kann. Seit 2019 trägt es stolz den Titel „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“.

„Uns ist es wichtig, dass die jungen Leute von sich aus Interesse an unserem Unternehmen zeigen. Das Zeugnis spielt für uns keine entscheidende Rolle; viel wichtiger ist die Motivation der Bewerber“,

so der Betriebsinhaber:

„Seit ich 1990 den Betrieb übernommen habe, hat sich die Mitarbeiterzahl mehr als verdoppelt. Unsere Mitarbeiter, auf die wir richtig stolz sind, bilden sich kontinuierlich weiter und bleiben uns treu. Die familiäre Atmosphäre, die Zusammengehörigkeit und die hochwertige Ausbildung tragen maßgeblich zu unserem Erfolg bei.“

Traditionen fortsetzen

Ehrlichkeit, Präzision und Handschlagqualität sind wichtige Werte, die den Arbeitsalltag bei Holzbau Foidl prägen. Juniorchef Josef Foidl ist bereit, das Handwerk in die Zukunft zu führen. Mit seiner Begeisterung für das Handwerk und seinem Einsatz für die Mitarbeiter wird er die Traditionen des Unternehmens fortsetzen und neue Ideen einbringen.

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