Rund 54 Prozent der Schüler wechseln nach drei Semestern erfolgreich in Regelklassen

August 2, 2025 10:25
Rund 54 Prozent der Schüler wechseln nach drei Semestern erfolgreich in Regelklassen

Seit dem Schuljahr 2018/19 sind Kinder und Jugendliche mit Sprachschwierigkeiten verpflichtet, bis zu vier Semester lang separate Deutschförderklassen oder -kurse zu besuchen. Ziel ist es, die Unterrichtssprache schneller zu erlernen, im Vergleich zur früheren Förderung im Klassenverband. Laut Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) konnten in den letzten Jahren 54 Prozent der betroffenen Schüler nach drei Semestern in den Regelunterricht übertreten.

Schüler, die als „außerordentlich“ eingestuft werden, nehmen nur an bestimmten Fächern wie Werken, Musik oder Sport mit ihrer Stammklasse teil. Während ihre Mitschüler Mathematik und Sachunterricht lernen, erhalten sie bis zu 20 Stunden pro Woche gezielte Unterstützung im Deutschlernen in separaten Klassen oder, bei besseren Vorkenntnissen, in Förderkursen.

Zuletzt 48.500 Kinder in Deutschförderklassen und -kursen

Im Schuljahr 2021/22 wurde bei etwa 48.500 Kindern und Jugendlichen ein außerordentlicher Status festgestellt, was einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Im kommenden Herbst wird im Ministerium mit einem weiteren Rückgang auf etwa 45.400 außerordentliche Schüler gerechnet. 54 Prozent der Schüler, die über den MIKA-D-Test als außerordentlich eingestuft wurden, konnten nach drei Semestern in reguläre Klassen wechseln, wobei der Übergang bei denjenigen, die mit besseren Deutschkenntnissen begannen, höher war (68 Prozent gegenüber 38 Prozent).

Ab Herbst 1300 Posten für Deutschförderung

Im vergangenen Schuljahr waren 577 Planstellen für die Deutschförderung reserviert. Neu ist die Regelung, dass auch nach der viersemestigen Frist Förderunterricht für Kinder mit Deutschproblemen in Volksschulen möglich ist. Für das kommende Schuljahr sind erneut 70 Posten hierfür vorgesehen. Ab dem nächsten Schuljahr wird die Anzahl der Planstellen auf 1300 erhöht, wobei die Zuweisung nun ausschließlich nach der Anzahl der außerordentlichen Schüler erfolgt, ohne vorherige Deckelung.

Schulleitungen und Lehrer wollen mehr Autonomie

Die separaten Deutschförderangebote stoßen sowohl in der Praxis als auch in der Wissenschaft auf wiederholte Kritik. Eine Evaluierungsstudie von 2022 ergab, dass 700 befragte Lehrkräfte und Schulleitungen sich mehr Autonomie bei der Entscheidung über die Form der Deutschförderung wünschen. Der MIKA-D-Test, der für die Einstufung verwendet wird, sorgt ebenfalls für Unmut. Minister Wiederkehr hat angekündigt, den Schulen mehr Freiraum bei der Organisation der Sprachförderung zu geben und eine Überarbeitung des oft kritisierten Tests ist geplant.

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