Im Bezirk Wels hat die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen laut der Arbeiterkammer (AK) doppelt so stark zugenommen wie im Landesdurchschnitt. Die Politik und Unternehmen werden aufgefordert, notwendige Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Darüber berichtet Welt Stimme.
WELS. Die schwache Konjunktur führt laut AK zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, wobei das Industrieland Oberösterreich überdurchschnittlich betroffen ist. Besonders die Jugend leidet darunter, was die AK zu einem aktiven Gegensteuern aufruft. Im Bezirk Wels hat sich zwar die Zahl der beschäftigungslosen Jugendlichen leicht verringert, jedoch ist die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an AMS-Kursen mit 9,3 Prozent überdurchschnittlich angestiegen. Ende August waren 932 Jugendliche beim AMS vorgemerkt, davon 499 arbeitslos, 105 auf der Suche nach Lehrstellen und 328 in einer AMS-Schulung. „Ein guter Start ins Erwerbsleben mit einer fundierten Berufsausbildung wirkt sich positiv auf die gesamte Berufslaufbahn aus“, betont AK-Präsident Andreas Stangl:
„Bei Jugendlichen, die keine Lehrstelle oder Beschäftigung finden, ist die Gefahr brüchiger Erwerbskarrieren und wiederkehrender Arbeitslosigkeit in späteren Jahren sehr groß.“
Aktives Gegensteuern
Unternehmen, die einen hohen Fachkräftebedarf beklagen, sind nun gefordert, nachhaltig in die Ausbildung junger Menschen zu investieren. Laut Stangl müssen auch die Landespolitik und das Arbeitsmarktservice (AMS) handeln: Es bedarf maßgeschneiderter Beratungs-, Unterstützungs- und Ausbildungsangebote, die sich an den Problemen und Bedürfnissen der Jugendlichen orientieren. Ein Lichtblick: Im Vergleich zum Vorjahr gab es im August im Bezirk Wels 17 offene Lehrstellen mehr. Stangl hält die Aufstockung der Budgetmittel für Beschäftigungsprojekte für notwendig:
„Die politisch Verantwortlichen auf Landesebene sind nun gefordert, den jungen Menschen in Oberösterreich passende arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zu bieten und ihnen so eine Perspektive zu geben.“
AK-Präsident Stangl erwartet sich zudem mehr Engagement von jenen Betrieben, „die sich immer mehr aus ihrer Verantwortung stehlen“ und die Lehrlingsausbildung einstellen.


