Die Mühlviertler Hopfenbaugenossenschaft zieht für die Ernte 2026 ein gemischtes Fazit: 98,6 Prozent des Hopfens wurden bei der Bonitierung als Spitzenqualität eingestuft, zugleich lagen Ertrag und Alphawerte deutlich unter dem Durchschnitt. Ursache waren nach Angaben der Genossenschaft Hitze und Wassermangel.
„Als man mich im Juli gefragt hat, wie die Ernte heuer wird, hab‘ ich gesagt: Es wird heuer keine Spitzenernte, aber eine durchschnittliche. Dann kam die große Hitzewelle, die Dolden haben sich nicht mehr ausgebildet und am Ende ist es eine unterdurchschnittliche Ernte geworden“, sagte Obmann Stefan Hofer. Die Ernte sei kein Spitzenertrag gewesen und nach der Hitzewelle unter den Durchschnitt gefallen.
Hofer bezifferte die heurige Erntemenge mit 193 Tonnen. Das liege deutlich unter dem Durchschnitt, sagte er, und deutlich unter den 302 Tonnen des Vorjahres. Laut Genossenschaft war heuer nur das Jahr 2015 schlechter.
Geschäftsführer Manuel Starlinger sagte, die Alphawerte lägen um 30 bis 50 Prozent unter dem Durchschnittswert. Erstmals seien zudem eineinhalb Hektar Hopfen gar nicht geerntet worden, weil sich das wirtschaftlich nicht ausgezahlt hätte.
Die Bonitierungskommission stufte 98,6 Prozent des Mühlviertler Hopfens als Qualitätsklasse 1 ein. „Damit bestätigt sich einmal mehr die hohe Kompetenz und Sorgfalt der Mühlviertler Hopfenbauern“, heißt es dazu von der Genossenschaft.
Nach Angaben der Genossenschaft litten vor allem alte Bestände und ältere Sorten unter den Wetterbedingungen. Neuere Sorten seien besser damit zurechtgekommen. Starlinger kündigte an, die Aromasorte Akoya auszuweiten; zugleich werde künftig mehr in Bewässerung investiert werden müssen. Derzeit sind rund ein Fünftel der Flächen bewässert.
In Neufelden, im Bezirk Rohrbach, wurde der Jury auch ein neuer Raum mit dem Spitznamen „Gladiatoren-Höhle“ gezeigt. Außerdem wurden am Hopfenhaus ein Palettenstapel-System und eine Galerie vom Keller ins erste Obergeschoß eingebaut, um die Arbeit zu erleichtern.
Hofer sagte, vorhandene Lagerbestände sollten helfen, die Brauereien weiterhin so gut wie möglich mit Hopfen zu versorgen. Er hoffe auf ein besseres Jahr 2027 für den Mühlviertler Hopfen.


