Tourismus in Salzburg: Rekordübernachtungen trotz steigender Kosten und Personalnot

Oktober 2, 2025 14:12
Tourismus in Salzburg: Rekordübernachtungen trotz steigender Kosten und Personalnot

Rekordnächtigungen in Salzburg, aber steigende Kosten und Personalmangel bedrohen die Branche.

SALZBURG. Am 2. Oktober wurden etwa 200 junge Menschen in der Salzburger Residenz beim „Fest der touristischen Lehre“ gefeiert: Lehrabsolventen, Absolventinnen der Diplomakademie und neue Diplom-Küchenmeister. Die Branche zeigt sich stolz auf ihren Nachwuchs, doch die Jubelstimmung wird von handfesten Sorgen überschattet. Darüber berichtet Welt Stimme.

Die Salzburger Tourismuswirtschaft, ein zentraler Arbeitgeber und wesentlicher Wirtschaftsfaktor der Region, steht unter erheblichem Druck. Im Sommer 2025 verzeichnete das Bundesland ein Nächtigungsplus: Im August wurden 4,16 Millionen Übernachtungen gezählt, ein Anstieg von 4,6 Prozent. Auch die Stadt Salzburg verzeichnete ein kräftiges Plus. Dennoch dämpfen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den Optimismus.

Teuerung frisst Gewinne

Hohe Energie- und Lebensmittelpreise setzen den Betrieben massiv zu. Laut Statistik Austria betrug die Inflation im August 4,1 Prozent, während die Preise für Strom um 37,2 Prozent, für Milch und Käse um 7,5 Prozent und für Kaffee um 23,8 Prozent stiegen. Dies hat zur Folge, dass viele Gäste bereits höhere Preise in Restaurants und Hotels spüren.

„Die Preise in Restaurants stiegen um 6,1 Prozent, in Hotelbetrieben um 5,6 Prozent“, so die WKS. Ob die Gäste diese Teuerungen langfristig akzeptieren, bleibt ungewiss. Zudem steigen die Lohnnebenkosten, wodurch die Belastung für die Betriebe weiter zunimmt.

Dauerbrenner Personalnot

Das Personalproblem bleibt weiterhin ungelöst. Zwar werden jährlich Lehrlinge gefeiert, doch in der Praxis mangelt es vielerorts an Arbeitskräften. Um saisonale Spitzen abzufedern, werden neue Aushilfsmodelle und erweiterte Saisonkontingente entwickelt. Es bleibt fraglich, ob dies ausreicht, denn viele Betriebe haben bereits Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen.

Politische Streitpunkte

Zusätzliche Spannungen ergeben sich durch politische Fragen, die die Branche seit Jahren beschäftigen. Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln wird als überbordende nationale Sonderregelung kritisiert, die mehr Bürokratie als Transparenz mit sich bringt. Auch die Trinkgeldregelung, die ab 2026 für mehr Rechtssicherheit sorgen soll, stößt auf unterschiedliche Meinungen, ebenso die bevorstehenden Kollektivvertragsverhandlungen, die angesichts der Inflation besonders heikel werden dürften.

Zudem wird der Mobilitätsbeitrag, der Gästen die kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Land ermöglicht, genau beobachtet hinsichtlich seiner zweckgebundenen Verwendung.

Zwischen Feststimmung und Realität

Das Fest der touristischen Lehre hat sich seit 2021 als fester Bestandteil zur Nachwuchsförderung etabliert. Mit Kursen im ganzen Land, auch neu im Pinzgau, soll die Ausbildung regional stärker verankert werden. Es wird allgemein anerkannt, dass der Tourismus als „Motor der Wirtschaft“ gilt.

Doch abseits der Feierlichkeiten bleibt die Realität: steigende Kosten, komplexe Regelungen und unsichere Rahmenbedingungen. Während die Branche in Salzburg Rekordzahlen präsentiert, ringen ihre Vertreter gleichzeitig um Spielräume, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen.

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