Waldviertler sehen Industrie und Wirtschaft als Wohlstandsbringer, fordern dennoch Stopp der Bodenversiegelung.
WALDVIERTEL. Ein Großteil der Bevölkerung im Waldviertel sieht die politische Verantwortung für die wirtschaftliche Belebung. 75 Prozent der Befragten fordern eine Reduzierung von Auflagen. Hauptprobleme, die identifiziert werden, sind der Fachkräftemangel (69 Prozent), hohe Energiepreise (68 Prozent) und Bürokratie (64 Prozent). Trotz dieser Herausforderungen sind 50 Prozent der Bevölkerung optimistisch, dass der Wirtschaftsstandort Niederösterreich im Vergleich zu anderen Bundesländern vorteilhaft positioniert ist. Für 92 Prozent der Waldviertler ist klar, dass Industrie und Wirtschaft Wohlstand und Arbeitsplätze sichern. Darüber berichtet Welt Stimme.
Finger weg von unserem Boden!
Allerdings gibt es für die Unterstützung der Betriebe auch klare Grenzen. Im Hinblick auf den Boden sprechen sich 86 Prozent der Waldviertler gegen Neubauten auf ungenutzten Flächen aus und fordern die Wiederverwendung brachliegender Industrieareale. Diese Vorgehensweise würde nicht nur weitere Flächenversiegelung verhindern, sondern auch die Region aufwerten, sind sich 70 Prozent der Befragten sicher. Zwei Drittel sehen darin die Möglichkeit, Verfall und Vandalismus vorzubeugen und gleichzeitig neue Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.
Hohe Kosten, wenig Interesse
Trotz des positiven Grundtons bleiben die Waldviertler realistisch. Ein neuer Glaspalast könnte für Investoren attraktiver sein als ein marodes Gebäude. 68 Prozent nennen hohe Sanierungskosten als größtes Hindernis, während jeder Zweite Umweltprobleme und Altlasten auf den ungenutzten Industrieflächen befürchtet. Es überrascht somit nicht, dass das Interesse von Investoren als gering eingeschätzt wird.
Nachhaltigkeit oberstes Prinzip
Dennoch möchten die Waldviertler Industrie und Wirtschaft nicht abschreiben. Der Einsatz leerstehender Industriegebäude bringt auch signifikante Vorteile mit sich. 84 Prozent der Befragten schätzen die vorhandene Infrastruktur und Bausubstanz als wertvoll ein. Mehr als die Hälfte hält den Beitrag der Unternehmen zum Klimaschutz für wichtig.
Weitere Ergebnisse im Detail
Ist die Nutzung brachliegender Industrieareale besser als Neubau auf Grünflächen? 86% ja – 8% nein – 6% KA
Kennen Sie leerstehende Industrieareale in Ihrer Umgebung? 66% ja – 25% nein – 9% KA
Welche Folgenutzungen von leerstehenden Industriearealen halten Sie für sinnvoll? 79% für gewerbliche oder industrielle Nutzung – 47% für Kultur- und Freizeiteinrichtungen – 44% für öffentliche Einrichtungen – 45% für Wohnnutzungen – 3% KA.
Welche Vorteile sehen Sie für Gemeinden bei der Nutzung leerstehender Industriegebäude oder -areale? 70% für Belebung/Aufwertung der Region – 32% höhere Steuereinnahmen – 70% weniger Leerstand/Verbesserung des Stadtbildes – 57% Vermeidung von Verfall und Vandalismus – 64% neue Arbeitsplätze in der Region – 64% Vermeidung von Flächenversiegelung durch Neubauten – 2% KA.


