Der Umbau der Mautstelle auf der A13 Brennerautobahn in Schönberg ist für die Jahre 2026 bis 2029 eingeplant und soll am derzeitigen Standort im Dorf stattfinden. Anwohner sowie die Liste Fritz kritisieren die mangelnde Offenlegung von Alternativen und fordern dringend bessere Lösungen.
SCHÖNBERG. Die kommende Baumaßnahme an der Mautstelle in Schönberg sorgt für Unzufriedenheit unter den Anwohnern. Diese beklagen, dass der Standort mitten im Dorf zu Staus, Lärm und schlechter Luftqualität führt, und verlangen von der ASFINAG mehr Transparenz. Zukünftig soll die Mautstelle mit weniger Fahrspuren auskommen, was durch den Einsatz digitaler Technologien ermöglicht werden soll.
Markus Sint, Klubobmann der Liste Fritz, äußert: „Der aktuelle Standort verursacht regelmäßig Staus, krankmachenden Lärm und schlechte Luft. Der Neubau ist eine Chance, einen besseren Standort zu finden und die Mautstelle schlanker zu gestalten.“
Die ASFINAG hat laut eigenen Angaben mehrere Optionen für einen Standortwechsel der Mautstelle geprüft, doch die Ergebnisse dieser Prüfungen bleiben der Öffentlichkeit verborgen. „Die Bürger, die Gemeinde und die Landespolitik haben ein Recht darauf zu erfahren, welche Alternativen geprüft wurden und warum sie abgelehnt wurden“, fordert Sint. „Der bequemste Standort für die ASFINAG darf nicht über die Lebensqualität der Menschen gestellt werden.“
Digitalisierung statt Beton
Aktuell verfügt die Mautstelle über 22 Abfertigungsspuren – elf pro Fahrtrichtung. Dennoch kommt es häufig zu Rückstaus, die die Anwohner stark belasten. Manfred Kerber von der Initiative Lebensqualität Schönberg weist darauf hin, dass bereits über 75 Prozent der Fahrzeuge digital abgefertigt werden. Durch den Ausbau digitaler Mautsysteme könnte die Anzahl der Spuren signifikant reduziert werden, was Stau, Lärm und Umweltbelastung verringern würde.
Politischer Druck auf die Landesregierung
Die Liste Fritz hat im Juli einen Antrag im Tiroler Landtag eingereicht, der eine umfassende Prüfung alternativer Standorte sowie die Offenlegung der Ergebnisse fordert. Außerdem wurde eine Landtagsanfrage an Landeshauptmann Anton Mattle und Verkehrslandesrat René Zumtobel gerichtet, um deren Engagement für die Anliegen der Anwohner zu hinterfragen. Sint kritisiert das Vorgehen der ASFINAG scharf: „Das erinnert an das Luegbrücken-Desaster – jahrelang heimliche Planung, dann ein Friss-oder-Stirb-Plan.“
Anwohner fordern mehr Mitsprache
„Seit fast 40 Jahren werden wir Schönberger vertröstet“, so Kerber, ein Bewohner von Schönberg. Bereits 1988 gab es Pläne für eine Tunnellösung, die eine dauerhafte Entlastung gebracht hätte. Die aktuelle Informationspolitik der ASFINAG, die Pläne erst spät kommunizierte und lange unter Verschluss hielt, stößt bei den Anwohnern auf Unverständnis. Darüber hinaus fordert Schönberg finanzielle Kompensationen für die hohe Transitbelastung.
Konflikt geht weiter
Die Zukunft der Mautstelle Schönberg bleibt weiterhin umstritten. Während die ASFINAG den Neubau am bestehenden Standort plant und auf technische Verbesserungen setzt, fordern die Bürger und die Liste Fritz mehr Transparenz, eine echte Standortprüfung und vor allem eine stärkere Berücksichtigung der Lebensqualität der Anwohner.


