Individuelles Möbeldesign aus Leoben: Gabriele Saller vereint Metall, Holz und Glas in ihrer Werkstatt

Oktober 21, 2025 05:22
Individuelles Möbeldesign aus Leoben: Gabriele Saller vereint Metall, Holz und Glas in ihrer Werkstatt

Individuelles Möbeldesign aus Leoben: Gabriele Saller vereint in ihrer Designwerkstatt drei Gewerke – Metalltechnik, Tischlerei und Glaserei. Sie bietet ihren Kunden maßgeschneiderte Einrichtungs- und Outdoorlösungen und lässt ihrer Kreativität dabei freien Lauf. Darüber berichtet Welt Stimme.

LEOBEN. Design und Maßanfertigung aus einer Hand sind das Markenzeichen von Gabriele Saller. In ihrer Werkstatt im Ostererweg 3 in Leoben entstehen hochwertige Möbel, Raumlösungen und Außenobjekte, bei denen Funktionalität und Ästhetik harmonisch verschmelzen. Die promovierte Werkstoffwissenschaftlerin kombiniert Metall, Glas und Holz – Materialien, die sie mit Präzision und Gespür nach den individuellen Wünschen ihrer Kunden verarbeitet.

„Kreative Projektentwicklung und hochwertige Ausführung sind meine Leidenschaft“, sagt die Unternehmerin. Hochwertiges Design, handwerkliche Sorgfalt und beste Materialien sind ihr ebenso wichtig wie die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kunden. Ob eine Eckbank aus Zirbenholz, ein Sichtschutz im Garten aus Glas und Stahl oder ein individuell gestalteter Weinkeller – jedes Stück ist ein Unikat, entworfen und gefertigt von Saller selbst.

Vom Werkstofflabor zur Werkstatt

Bevor sie Unternehmerin wurde, forschte Gabriele Saller in der Industrie. Nach ihrem Diplom in Werkstoffwissenschaften an der Montanuniversität Leoben arbeitete sie bei Böhler Edelstahl in Kapfenberg, wo sie hochkorrosionsbeständige, nichtmagnetische Stähle entwickelte. Einige ihrer Arbeiten sind bis heute international patentiert. „Kreatives Arbeiten war immer meine Leidenschaft – schon bei der Legierungsentwicklung“, erinnert sie sich und fügt hinzu: „Wenn man anfängt, kreativ zu arbeiten, wird es richtig gut.“

Ihre Karriere erstreckte sich von der Forschung über das Prozessmanagement bis zur Geschäftsführung: Mehrere Jahre leitete sie das Familienunternehmen Metallbau Saller in Bischofshofen. Doch ihr Lebensmittelpunkt blieb seit dem Studium immer Leoben. 2018 gründete sie die DesignTechnik Saller GmbH und ist heute alleinige Geschäftsführerin, die ihre Projekte von A bis Z selbst umsetzt.

Drei Gewerke, ein Stil

Der Betrieb vereint gleich drei Handwerksbereiche – Metalltechnik, Glaserei und Tischlerei – und setzt dadurch außergewöhnliche Designlösungen um. Von filigranen Geländern über Designermöbel bis hin zu individuellen Wohnaccessoires entstehen Projekte, die durch klare Linien und langlebige Materialien bestechen. Nachhaltigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle: Neben Neuanfertigungen bietet Saller auch Reparaturen an, um Bestehendes zu erhalten.

„Ich habe sehr hohe Ansprüche und vergebe selten etwas fremd“, sagt sie. „Ich arbeite lieber von Anfang bis Ende an einem Projekt.“ Dieser Ansatz spiegelt sich in der wachsenden Anzahl zufriedener Kunden wider, die ihre Arbeit schätzen. Viele Projekte entstehen aus Weiterempfehlungen – ein Zeichen für Vertrauen und Qualität.

Zwischen Werkbank und Büro

Die Werkstatt am Firmenstandort Leoben ist großzügig und gut ausgestattet. Im Winter wird es jedoch kalt – geheizt wird nicht, und Leimarbeiten funktionieren bei Temperaturen unter zehn Grad schlecht. „Dann ziehe ich ins Homeoffice um“, erzählt sie mit einem Lächeln. Die körperliche Arbeit hält sie fit: „Natürlich ist es anstrengend, wenn man 72 Bohrlöcher in Stahlbeton bohren muss – aber das baut Muskulatur auf.“

Als Frau in einem technischen Beruf stößt sie manchmal an physische Grenzen. „Da haben Männer es physiologisch etwas leichter“, sagt sie offen. Doch das hält sie nicht ab: Bei Bedarf sucht Saller sich Hilfe, die meisten Arbeiten erledigt sie jedoch selbst. „Wenn man konzentriert bei der Sache ist, funktioniert es gut“, bemerkt die vielseitig talentierte Technikerin, die mit Bedacht und Freude an ihren Lieblingsprojekten arbeitet.

Mut zur Eigenständigkeit

Jungen Frauen rät sie, ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. „Man braucht Durchhaltevermögen und darf bei Rückschlägen nicht aufgeben – besonders wenn man, beispielsweise bei Beförderungen übergangen wird.“ Saller weiß, wovon sie spricht und hat sich bereits in vielen männerdominierten Bereichen behauptet.

Heute hat sich Gabriele Saller in der steirischen Designlandschaft etabliert. Ihre Arbeiten waren zuletzt bei der Designmesse Blickfang im MAK Wien zu sehen. Dass sie als promovierte Werkstoffwissenschaftlerin handwerklich arbeitet, sieht sie nicht als Widerspruch: „Ich wollte immer einen Betrieb leiten und bestimmen, wo die Richtung hingeht.“

Leoben als Lebensmittelpunkt

Neben der Arbeit bleibt Zeit für Familie und Ausgleich. Saller hat drei Töchter im Alter von 32, 16 und 15 Jahren, sie ist gerne in den Bergen unterwegs und singt im Chor Collegium Vocale in Kapfenberg. Konzertbesuche in Wien, Linz oder Salzburg gehören für sie und ihren Mann dazu. Ihre Abende verbringt sie gerne mit einem guten Buch oder der Wochenend-Ausgabe der Presse.

Als Wahl-Leobenerin seit der Studienzeit schätzt sie die Kleinstadt als einen idealen Standort: „Man ist schnell in den größeren Städten, aber das Leben hier ist überschaubar und gemütlich.“ Auch das Alleinarbeiten stört sie nicht – im Gegenteil: „Ich bin mein eigener Chef und kann meinen Tag gestalten, wie ich will.“

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