Stromnetzentgelte in Tirol steigen um 11,2 Prozent
Die Stromnetzentgelte in Tirol steigen zu Beginn des Jahres durchschnittlich um 11,2 Prozent, was über dem Durchschnitt der meisten anderen Bundesländer liegt. Für Haushalte und viele Unternehmen (Netzebene 7) beträgt der Anstieg sogar 14,4 Prozent. Darüber berichtet Welt Stimme.
TIROL. Wirtschaftskammerpräsidentin Barbara Thaler unterstreicht, dass die Energiewende Kosten verursacht, und betont die Notwendigkeit, dies offen auszudrücken. Im vergangenen Jahr wurden in Tirol über 7.600 Photovoltaikanlagen neu installiert, und bis Ende 2024 sollen rund 32.500 PV-Anlagen an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sein. Laut Thaler ist der Ausbau der Netze unvermeidlich, bringt jedoch hohe Kosten mit sich: „Wir machen das System breiter, und das braucht Investitionen. Diese Kosten tragen am Ende die Betriebe und Haushalte gleichermaßen. Es ist daher eine Illusion zu glauben, dass wir in absehbarer Zeit wieder zu wirklich wettbewerbsfähigen Energiepreisen zurückkehren.“
Kritik an politischer Schwerpunktsetzung
Die aktuelle politische Diskussion wird von Thaler als kritisch angesehen:
„Es ist bemerkenswert, dass derzeit über Preiseingriffe bei Lebensmitteln debattiert wird, während staatliche Gebühren, Netztarife und Abgaben selbst die Inflation anheizen. Das ist schlicht widersprüchlich.“
Forderung nach einem Netzausbau-Fonds
Für Thaler ist die Lösung klar: „Wir brauchen keine Preisdeckel an der Supermarktkassa, sondern Maßnahmen an der Wurzel des Problems. Ein Netzausbau-Fonds ist ein längst überfälliger und notwendiger Schritt. Damit ließe sich die künftige Kostenentwicklung abfedern und die Belastung für Haushalte und Betriebe spürbar dämpfen.“


