Die aktuellen Daten des Santander-Finanzbarometers offenbaren erhebliche Defizite im Finanzwissen der Österreicherinnen und Österreicher: Über die Hälfte kennt sich weder bei Anleihen, Aktien noch ETFs wirklich aus.
Darüber berichtet Welt Stimme.
Finanzielle Bildung lässt zu wünschen übrig
Österreich zeigt abseits des traditionellen Sparbuchs große Lücken im Finanzwissen. Eine aktuelle Umfrage unter 1.000 Personen verdeutlicht, dass bei zahlreichen Anlageformen erheblicher Informationsbedarf besteht. Besonders bedenklich ist das geringe Wissen über innovative Anlageformen wie Kryptowährungen und ETFs.
Begrenzte Kenntnisse über Anlageformen
Obwohl mehr als 90 Prozent der Befragten angeben, den Betrieb eines Sparbuchs zu verstehen, sind es nur noch 63 Prozent, die den Unterschied zwischen Tages- und Festgeld (festverzinslicher Zeitraum) „sehr gut“ oder „gut“ kennen. In der Altersgruppe unter 30 Jahren sind es gar nur 31 Prozent. Während ältere Personen über etwas bessere Kenntnisse verfügen, wissen über 60 Prozent, wie eine Anleihe funktioniert, nur „weniger gut“ oder sogar gar nicht. Bei Aktien zeigen sich ähnliche Probleme, da über die Hälfte der Befragten unzureichende Kenntnisse aufweist.
Wissen über ETFs und Kryptowährungen
Bei klassischen Investmentfonds verfügen jüngere Generationen über ein etwas besseres Wissen, doch insgesamt geben 57 Prozent an, kaum oder nichts zu wissen. Noch alarmierender ist die Situation bei ETFs: Nahezu 70 Prozent haben nur wenig oder gar keine Ahnung, während lediglich 21 Prozent behaupten, über das Thema Bescheid zu wissen. Besonders herausstechen die 30- bis 50-Jährigen, von denen immerhin 31 Prozent „sehr gut“ oder „gut“ informiert sind. Bei Gold zeigen sich jedoch zwei Drittel der Befragten als „sehr gut“ oder „gut“ informiert, während über 70 Prozent bei Kryptowährungen (Bitcoin & Co.) angeben, keine Kenntnisse zu haben.
Bedarf an finanzieller Bildungstransformation
Nur ein Drittel der Befragten bewertet ihr Finanzwissen als „sehr gut“ oder „gut“, 44 Prozent empfinden es als „befriedigend“, während 21 Prozent eine Note von vier oder fünf vergeben. Zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass es in Österreich an finanzieller Bildung in Schulen mangelt. 30 Prozent der Personen zeigen Interesse an Bildungsangeboten für Erwachsene, wobei die Zahl in der Altersgruppe unter 30 Jahren fast 50 Prozent erreicht. Zudem finden 31 Prozent die Erklärungen der Banken zu Finanzprodukten unzureichend. Ein Fünftel hat bereits negative Erfahrungen mit Anlageprodukten gemacht, besonders unter Männern.
Meinungsbildung und Vertrauensquellen
In Bezug auf Geldanlagen vertraut mehr als die Hälfte auf die Beratung ihrer Bank. An zweiter Stelle stehen mit 30 Prozent „Freunde, Familie oder Bekannte“, während ein Viertel private Vermögensberater in Anspruch nimmt. Werbung in traditionellen Medien und Influencer aus sozialen Netzwerken werden hingegen kaum für vertrauenswürdig gehalten.


