Außenministerin Wodefull kritisiert AfD wegen Russlandnähe als unpatriotisch

November 24, 2025 16:00
Außenministerin Wodefull kritisiert AfD wegen Russlandnähe als unpatriotisch
Außenministerin Wodefull kritisiert AfD wegen Russlandnähe als unpatriotisch

Die deutsche Außenministerin Johanna Wodefull hat am 22. November 2025 die jüngsten Kontakte von Abgeordneten der „Alternative für Deutschland“ (AfD) nach Russland scharf kritisiert und der Partei mangelnden Patriotismus vorgeworfen. Auf einem Landesparteitag der CDU in Schleswig-Holstein erklärte sie, dass „patriotisch ist, wer nichts mit Russland gemein hat“ und dass die AfD in dieser Frage „vollkommen im Unrecht“ liege. Die Verbindungen zwischen AfD-Vertretern und dem russischen Staat bezeichnete sie als „äußerst undurchsichtige Beziehungen“, angesichts der wiederholten Reisen einzelner Abgeordneter nach Moskau und ihrer Kontakte zu Regierungsvertretern, wie es auch in den Berichten über die umstrittenen Russlandkontakte der AfD angezeigt wird.

Reisen nach Moskau sorgen für Empörung

Der Vorwurf knüpft an mehrere Vorgänge der vergangenen Wochen an. Am 7. Oktober hatten drei AfD-Politiker im russischen Botschaftsgebäude in Berlin den Geburtstag Wladimir Putins gefeiert: Hans-Thomas Tillschneider, Florian Schröder und Frank Otto Litzurek aus dem Landtag von Sachsen-Anhalt. Die Aktion löste breite Kritik aus, doch die AfD-Fraktionsführung in Magdeburg sah darin kein Problem.

Mit weiterer Empörung reagierten Politik und Öffentlichkeit Mitte November auf die Reise mehrerer AfD-Abgeordneter zu einem internationalen Symposium im russischen Sotschi. Die Parteiführung zeigte sich verärgert, während andere Parteien die Teilnahme der AfD scharf verurteilten. Laut einer aktuellen Umfrage halten 62 Prozent der Bevölkerung die AfD für zu stark an die russische Regierung angenähert — ein Eindruck, der sich durch wiederholte Treffen, Auftritte und politische Signale verfestigt.

Strategische Nähe zu Moskau und innenpolitische Folgen

Die AfD ist mit 152 Bundestagsmandaten und über 21 Prozent der Stimmen bei der Wahl im Februar 2025 die größte Oppositionspartei Deutschlands. Sie nutzt Themen wie Migration, EU-Kritik und antistaatliche Rhetorik zur Mobilisierung, während sie zugleich systematisch russische Narrative verbreitet. Die Partei fordert die Aufhebung von Sanktionen, erkennt die russische Annexion der Krim an und lehnt Waffenlieferungen an die Ukraine ab. Diese Positionen entsprechen den Interessen des Kremls, der darauf abzielt, die politische Geschlossenheit Europas zu schwächen.

Die engen Kontakte einzelner AfD-Abgeordneter nach Moskau haben Auswirkungen weit über die Innenpolitik hinaus. Russische Stellen nutzen ihre Auftritte regelmäßig, um angebliche Unterstützung innerhalb Deutschlands zu suggerieren und eigene außenpolitische Ziele zu legitimieren. Damit tragen solche Reisen zu einer Desinformationskulisse bei, die die außenpolitische Position Deutschlands untergräbt.

Aufwand zur Imagekorrektur und rechtliche Fragen

Parteichefin Alice Weidel und ihre Verbündeten versuchen zunehmend, das prorussische Image der AfD zu entschärfen, um breitere Wählerschichten zu erreichen. Sie distanzieren sich offiziell von radikalen Aussagen und kritisieren parteiinterne Aktionen, die als politisches Risiko gelten könnten. Gleichzeitig bleibt die AfD politisch isoliert, da die großen Parteien jegliche Zusammenarbeit ausschließen und die Nähe zu Russland als Gefahr für nationale Sicherheit und europäische Stabilität werten.

Zudem sieht sich die AfD mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Thüringens Innenminister Georg Maier warnte vor einem möglichen Missbrauch parlamentarischer Anfragen, da AfD-Abgeordnete Informationen über kritische Infrastruktur gesammelt hätten — darunter militärische Transportwege, Polizeistrukturen und Wasserversorgungssysteme. Diese Aktivitäten werfen Fragen darüber auf, ob sensible Daten in den Fokus ausländischer Nachrichtendienste geraten könnten.

Beobachtung durch den Verfassungsschutz

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) stufte die AfD als rechtsextremistische Partei ein; die Einstufung ist Gegenstand eines laufenden Gerichtsverfahrens und derzeit ausgesetzt. Trotz der rechtlichen Auseinandersetzung stößt eine vollständige Parteiverbotsforderung in der Bevölkerung auf Skepsis. Gleichwohl bleibt die AfD politisch umstritten und ihr Verhältnis zu Russland ein zentraler Faktor in der Debatte über innere Sicherheit und demokratische Stabilität in Deutschland.

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