1.115 Haushalte im Bezirk sind 2024 auf alternative Heizsysteme umgestiegen. Jetzt warten neue Förderungen!
Im Bezirk Amstetten haben 2024 insgesamt 1.115 Haushalte auf umweltfreundliche Heizsysteme gewechselt. In diesem Zusammenhang wurden 586 Ölkessel (41 in Waidhofen) und 436 Gasthermen (52 in Waidhofen) ersetzt. Die Entscheidung für klimafreundliche Alternativen resultiert aus dem Wunsch, sowohl die Umwelt zu schützen als auch die eigenen Kosten zu senken. Darüber berichtet Welt Stimme.
Neue Chance nutzen
In ganz Niederösterreich wechselten mehr als 15.700 Haushalte im Jahr 2024. Die bevorstehende Sanierungsoffensive 2026 bringt neue Fördermöglichkeiten mit sich. Anträge können ab sofort unter dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ gestellt werden.
Heizung, Stromspeicher & PV
„Die vielen Energiepioniere im Land haben dafür gesorgt, dass Niederösterreich das erste Bundesland ist, in dem es mehr Pellets- als Ölheizungen gibt“, sagt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf stolz. Die Energieberatung Niederösterreich steht Privathaushalten und Betrieben als wichtige Stütze zur Verfügung. „Alle, die Fragen zu Heizungstausch, Gebäudesanierung, Förderung, Photovoltaik oder Stromspeicher haben, können sich kostenlos an unsere Experten wenden“, so Geschäftsführer Herbert Greisberger.
Vorbildliche Gemeinden
Unter dem Motto „Raus aus Öl und Gas“ haben bereits über 130 Kommunen in Niederösterreich Partnerschaften geschlossen. Im Bezirk sind elf Gemeinden wie Seitenstetten, Euratsfeld und Waidhofen daran beteiligt. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, erklärt der Bürgermeister von Seitenstetten, Johann Spreitzer. „In Seitenstetten hat sich viel getan. Alle Gemeindegebäude sind ölfrei, und wir haben die Nahwärme mit 500 Euro unterstützt, sodass rund 260 Seitenstettner Liegenschaften an das Nahwärmenetz angeschlossen sind.“ Zudem wird die PV-Anlage auf der Volksschule erweitert und mit einem Speicher ausgestattet.
Hackschnitzel in Euratsfeld
Euratsfeld hat mit einer Reduktion fossiler Heizsysteme um 48 Prozent ein Zeichen für die Energiewende gesetzt. Alle öffentlichen Einrichtungen sind an Biomasse-Heizanlagen angeschlossen. Bürgermeister Johann Weingartner erklärt: „Wir haben in Euratsfeld seit 1998 Biomasse-Heizwerke. Mittlerweile liefern rund 100 Bauern die Hackschnitzel, wodurch die Wertschöpfung vor Ort bleibt.“
Klimainterview mit Waidhofens Bürgermeister
Waidhofen setzt sich per Manifest für eine klimaaktive Standortentwicklung ein, mit dem Ziel, eine CO₂-neutrale Stadt bis 2040 zu erreichen.
Welche Rolle spielt die E5-Initiative dabei, die Stadt langfristig energieeffizienter und klimafreundlicher zu machen?
WERNER KRAMMER erklärt, dass die Teilnahme am E5-Programm einem kontinuierlichen Qualitätsmanagement in den Bereichen Klima, Umweltschutz, Energieeffizienz und Mobilität entspricht. Externe Auditoren begleiten und evaluieren den Prozess, wodurch strukturierte Potenziale erhoben werden. Ein zentraler Aspekt ist das Energiemonitoring, um Verbesserungspotenziale rechtzeitig zu erkennen und Maßnahmen zur Zielerreichung zu ergreifen.
Wo sehen Sie die größten Erfolge bisher?
WERNER KRAMMER: „Durch Monitoring und gezielte Investitionen konnten die größten Energieverbräuche deutlich reduziert und fossile Energieträger schrittweise ersetzt werden. Seit 2021 wurde der Gesamtenergieverbrauch aller Anlagen und Gebäude um mehr als 500.000 kWh gesenkt. Die Gründung von Energiegemeinschaften, die bereits über 250 Zählpunkte im privaten Bereich versorgen, stellt einen weiteren Meilenstein dar.“
Wie wird das Klimarelevanz-Tool (Manifest) in Waidhofen/Ybbs eingesetzt, um Entscheidungen in Politik und Verwaltung zu unterstützen?
WERNER KRAMMER: „Seit 2021 werden alle Beschlüsse einer Klimarelevanzprüfung unterzogen, wobei die Auswirkungen transparent dargestellt werden. Dies bietet eine wertvolle Entscheidungsgrundlage für die politischen Beschlüsse.“
Welche Maßnahmen planen Sie in den nächsten Jahren, um die Klimarelevanz der Stadtpolitik weiter zu erhöhen und die Klimaziele von Waidhofen/Ybbs zu erreichen?
WERNER KRAMMER: „Der weitere Ausbau der eigenen PV-Anlagen, darunter das Schulzentrum, sowie der Neubau und die thermische Sanierung von Kindergärten und Schulen sind geplant. Insbesondere im Bereich der Raumwärme sind Gemeinden verpflichtet, jährlich 2 % der Gebäude zu sanieren und den Energieverbrauch entsprechend zu senken.“
Jetzt beantragen!
Wer im kommenden Jahr eine Heizungserneuerung oder Gebäudesanierung plant, kann von Förderungen profitieren: Der Bund stellt bis 2030 jährlich 360 Millionen Euro zur Verfügung. Bis zu 30 Prozent der Investitionskosten werden übernommen. Alle Infos: www.enu.at


