Bio Austria veranstaltete ein Fest in Stainz zur Ehrung langjähriger Mitglieder. Darüber berichtet Welt Stimme.
STAINZ. Der Abend begann mit einem musikalischen Auftakt durch den Fachschüler Jonathan, der mit seiner „Steirischen“ das Fest von Bio Austria in der Landwirtschaftlichen Fachschule Stainz (LFS) eröffnete. Obmann Thomas Gschier hieß alle Mitglieder sowie Ehrengäste wie Bernd Kaimbacher, Christine Christof, Bgm. Franz Silly und andere herzlich willkommen.
In seiner Rede informierte LFS-Fachlehrer Bernd Kaimberger über die Integration des Bio-Zertifikats in die Facharbeiterausbildung und äußerte sich erfreut über die kürzliche Eröffnung des Lebensmittelkompetenzzentrums an der Schule. Obmann-Stellvertreter Franz Silly betonte, dass sowohl konventionelle als auch biologische Produktionsformen ihren Platz in der Landwirtschaft haben müssen und lud zur Teilnahme an der Landwirtschaftskammerwahl am 25. Jänner ein.
Wichtige Informationen
Heinz Köstenbauer und Martin Kappel von Bio Austria sprachen über relevante Themen und bevorstehende Termine, darunter Fördermöglichkeiten für biologisches Grünlandsaatgut und die verschiedenen Qualitätsstufen. Sie erläuterten den Biodiversitätsrechner, der bei der Bio-Kontrolle verwendet wird, und setzten sich mit dem Zukauf von Zuchttieren aus konventioneller Tierhaltung sowie dem Kontrollkostenzuschuss bei einer Umstellung auseinander.
„Wir sehen das als einen geschlossenen Kreislauf“, appellierten die Referenten, sich frühzeitig um den Saatgutzukauf zu kümmern und ganzjährig zu planen. Als akutes Problem wiesen sie auf die Stallpflicht für die Geflügelhaltung in belasteten Regionen hin, die aufgrund der Vogelgrippe erforderlich ist. Trotz der sommerlichen Trockenheit zeigten sich die Referenten mit der wirtschaftlichen Lage zufrieden.
Entwicklung im Rückblick
Thomas Gschier und Geschäftsführer Josef Renner reflektierten über die Anfänge von Bio Austria und die Gründung. Die St. Mareiner Arbeitsgruppe von 1966, geleitet von Hans Müller, gilt als Pionier in der biologischen Landwirtschaft. Ausbildungskurse wurden frühzeitig angeboten, und 1973 eröffnete das erste Verkaufslokal mit dem Hof Steinkleibl. 1980 wurde der Verband organisch-biologisch wirtschaftender Bauern Österreichs gegründet, gefolgt von einem Qualitätsstandard im Jahr 1983. 1989 wurde die LFS Grottenhof als zentrale Anlaufstelle etabliert.
1990 wurde die erste Bio-Förderung durch das Land Steiermark ins Leben gerufen, und 1995 fand der erste Bio-Bauernmarkt in Graz statt. Weitere Meilensteine waren das Bio-Zentrum Steiermark und eine Marketingoffensive 2010. Der Bio-Award, initiiert in Zusammenarbeit mit dem ORF Steiermark, wurde 2011 eingeführt. Zu den aktuellen Projekten gehören die Einrichtung von Modellregionen für Bio-Landwirtschaft und die Umsetzung von ÖPUL-Bemühungen.
Die Anfänge der Bio-Bewegung
Besonders bewegend waren die Gespräche mit Altbauern Johann Kainz und Alois Resch, die zur ersten Generation der Selbstvermarkter im Bezirk Deutschlandsberg gehören. Kainz äußerte sein frühes Interesse an der Selbstvermarktung und berichtete von den Herausforderungen der 1970er Jahre, als er Alternativen zu Kunstdüngern suchte.
Resch bestätigte, dass trotz anfänglicher Schwierigkeiten die Situation sich schnell verbessere und seine Produkte gut nachgefragt seien. Er und andere Selbstvermarkter betonten den Vorteil der Plattform Bio Austria gegenüber dem Einzelkämpfertum, da Bio als Marke an Bedeutung gewinne.
Ehrungen für langjährige Mitglieder
Der Höhepunkt des Festaktes war die Ehrung langjähriger Mitglieder von Bio Austria. Mitglieder, die seit zwanzig bis fünfundvierzig Jahren dabei sind, wurden namentlich aufgeführt, darunter Josef Reinisch, Johannes Ofner und Andreas Kainz.
Abschluss und Ausblick
„Wir in der Landwirtschaft denken in Generationen“, schloss Obmann Thomas Gschier seine Dankesrede und äußerte die Hoffnung, dass die Bio-Revolution fortbestehen wird. Zudem lud er die Anwesenden zu einem gemeinsamen Abendessen ein.


