Neue Forschungsinitiative an der USTP analysiert Strategien von kreativen Content-Schaffenden in sozialen Medien.
ST. PÖLTEN. Die Karrieren in der Kultur- und Kreativwirtschaft sind traditionell mit Unsicherheiten behaftet. Durch Plattformen wie YouTube, Instagram, TikTok und Twitch haben sich die Herausforderungen für Kreative jedoch verstärkt: Empfehlungsalgorithmen, intensiver Wettbewerb und unvorhersehbare Erfolgsfaktoren erschweren die langfristige Karriereplanung. Darüber berichtet Welt Stimme.
Untersuchung digitaler Karrieren
Das Forschungsprojekt „Creator Careers – Umgang mit Unsicherheiten im Social Media Entertainment“ an der USTP analysiert, wie Creatorinnen und Creator mit diesen Herausforderungen umgehen. Unter der Leitung von Andreas Gebesmair untersucht das Team die Produktionsstrategien, Karriereverläufe und Machtstrukturen in der Branche. Ziel ist es, wissenschaftliche Grundlagen für eine Regulierung der Plattformen zu schaffen sowie neue Perspektiven auf digitale Kulturproduktion zu entwickeln.
„Die Creator Economy ist längst kein Randphänomen mehr. Dennoch wissen wir auffällig wenig darüber, wie Creator*innen ihre Karrieren gestalten und welche Strategien ihnen helfen, mit Unsicherheit umzugehen“, erklärt Gebesmair. „Mit unserem Forschungsprojekt wollen wir diese Wissenslücke schließen – für die Wissenschaft, die Politik und alle, die beruflich in digitalen Plattformen tätig sind.“
Innovative Methoden zur Analyse digitaler Plattformen
Die Daten zu Creatorinnen und Creatoren auf YouTube werden über eine API abgerufen, manuell ergänzt und statistisch ausgewertet. Das Ziel besteht darin, erfolgreiche Strategien innerhalb der Plattformökonomie sichtbar zu machen und Fragen wie „Wie lernen Creatorinnen voneinander?“ sowie „Werden weibliche Creatorinnen benachteiligt?“ zu adressieren.
Erste Erkenntnisse des Projekts
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion am ICMT wurden erste Zwischenergebnisse präsentiert. Die Trends zeigen:
- YouTube wird hauptsächlich von etablierten Creatorinnen und Creator genutzt, während TikTok und Instagram als Einstiegsmöglichkeiten dienen.
- Die Grenzen zwischen sozialen Medien und traditionellen Medienformaten verschwimmen zunehmend: Creatorinnen und Creator wechseln oft zwischen beiden Bereichen.
- Lokale Identität gewinnt an Relevanz: Dialekte und regionale Inhalte erleben besonders auf TikTok und Instagram eine Wiederbelebung.
Beim Advisory Board Meeting stellte das Team die Methodik und Ergebnisse einem internationalen Expertenkreis vor.
Über „Creator Careers“
„Creator Careers“ ist ein dreijähriges Forschungsprojekt der USTP, finanziert durch den FWF Wissenschaftsfonds. Das Advisory Board begleitet das Projekt beratend und setzt sich aus Expertinnen und Experten europäischer Hochschulen und der Kreativwirtschaft zusammen.


