Kim Jong Un bestätigt Einsatz nordkoreanischer Soldaten im Krieg gegen die Ukraine

Jänner 2, 2026 12:45
Kim Jong Un bestätigt Einsatz nordkoreanischer Soldaten im Krieg gegen die Ukraine
Kim Jong Un bestätigt Einsatz nordkoreanischer Soldaten im Krieg gegen die Ukraine

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat erstmals öffentlich eingeräumt, dass Soldaten der Demokratischen Volksrepublik Korea an der Seite Russlands im Krieg gegen die Ukraine kämpfen. In seiner Neujahrsansprache lobte Kim die Truppen, die „auf fremdem Boden“ im Einsatz seien, und würdigte ihren Beitrag zur Stärkung eines „unbesiegbaren Bündnisses“ mit Moskau, wie The Guardian berichtete. Zugleich rief er die Soldaten dazu auf, für das „brüderliche russische Volk“ zu kämpfen.

Während das Land den Jahreswechsel feierte, erklärte Kim, er denke besonders an jene Soldaten, die fern der Heimat im Krieg stünden. „Hinter euch stehen Pjöngjang und Moskau“, sagte er in seiner Ansprache, die bei einer Großveranstaltung in einem Stadion der nordkoreanischen Hauptstadt gehalten wurde.

Öffentliche Symbolik und familiärer Auftritt in Pjöngjang

Die Neujahrsfeierlichkeiten fanden vor großem Publikum statt und wurden von staatlichen Medien umfangreich dokumentiert. Kim Jong Un trat dabei gemeinsam mit seiner Ehefrau Ri Sol Ju und seiner Tochter Ju Ae auf, die von Beobachtern als mögliche Nachfolgerin eingeschätzt wird. Der öffentliche Auftritt unterstrich den propagandistischen Charakter der Rede und richtete sich zugleich an eine internationale wie auch an eine innenpolitische Zielgruppe.

Die Wortwahl Kims deutet auf eine bewusste Politisierung des militärischen Engagements hin. Die Beteiligung nordkoreanischer Soldaten wird nicht mehr indirekt, sondern offen als Teil einer strategischen Partnerschaft mit Russland dargestellt.

Militärische Zusammenarbeit mit weitreichenden Folgen

Nach Einschätzungen südkoreanischer Geheimdienste hat Nordkorea nicht nur Waffen geliefert, sondern auch Truppen nach Russland entsandt. Demnach sollen mindestens 2.000 nordkoreanische Soldaten getötet und weitere Tausende verletzt worden sein. Im Gegenzug erhält Pjöngjang finanzielle Unterstützung, Nahrungsmittel, Energie sowie Zugang zu militärischen Technologien, darunter Hilfe bei Raketenprogrammen und im U-Boot-Bau.

Analysten sehen in der Vertiefung der militärisch-technischen Kooperation eine deutliche Abkehr von früherer Zurückhaltung. Die Zusammenarbeit geht über punktuelle Waffenlieferungen hinaus und weist Merkmale eines dauerhaften, institutionalisierten Bündnisses auf.

Risiken für internationale Sicherheit und regionale Stabilität

Die offen bestätigte Präsenz nordkoreanischer Soldaten auf russischer Seite wirft neue sicherheitspolitische Fragen auf. Die militärische Kooperation widerspricht bestehenden Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, die den Transfer sensibler Technologien an Pjöngjang untersagen. Kritiker warnen, dass dadurch Nordkoreas Raketen- und Nuklearprogramme gestärkt werden könnten.

Zugleich erhöht die Allianz den Druck auf die Sicherheitsarchitektur im asiatisch-pazifischen Raum. Südkorea, die USA, Japan und Australien müssen berücksichtigen, dass Nordkorea durch russische Unterstützung militärisch an Handlungsspielraum gewinnt. Damit wird der Krieg in der Ukraine zunehmend zu einem Faktor globaler Machtverschiebungen.

Strategische Allianz als Überlebensfaktor für das Regime

Für Kim Jong Un bedeutet das Bündnis mit Russland einen wirtschaftlichen und politischen Stabilitätsanker in Zeiten internationaler Isolation. Die Unterstützung aus Moskau mindert die Wirkung westlicher Sanktionen und verschafft dem Regime Spielraum gegenüber China und dem Westen. Gleichzeitig nutzt Pjöngjang die Allianz, um nach innen das Bild eines starken, nicht isolierten Staates zu vermitteln.

Die Neujahrsansprache markiert damit einen weiteren Schritt zur offenen Formierung einer antiwestlichen Achse. Die Kooperation zwischen Pjöngjang und Moskau hat sich von taktischer Zweckgemeinschaft zu einer strategischen Partnerschaft entwickelt, deren Auswirkungen weit über den Krieg in der Ukraine hinausreichen.

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