Ein finanzieller Engpass führte vor 20 Jahren zur Gründung einer der erfolgreichsten interkommunalen Kooperationen in Österreich: dem Bauhof Vier Sonnen.
HÖHNHART. Aus einer finanziellen Notlage entstand ein Projekt, das heutzutage weit über die Region hinaus als Vorzeigemodell gilt: der Bauhof Vier Sonnen. Die Gemeinden Aspach, St. Veit, Roßbach und Höhnhart schlossen sich zusammen und gründeten damit eine der ersten interkommunalen Bauhof-Kooperationen in Österreich. Darüber berichtet Welt Stimme.
„Wir hätten uns viele Geräte alleine schlicht nicht leisten können“, erinnert sich Höhnharts Bürgermeister Erich Priewasser. Statt vier einzelner Bauhöfe wurde ein gemeinsamer Standort mit gebündelten Ressourcen geschaffen, unterstützt durch eine Prozessbegleitung des Landes. Bereits 2005 nahm der Bauhof den Betrieb auf.
Effizienter, professioneller, gemeinschaftlich
Das Ziel des Bauhofs war es nicht, kurzfristig Geld zu sparen, sondern langfristig Geräte, Fahrzeuge und Arbeitskräfte sinnvoll einzusetzen. Heute profitiert jede Gemeinde von einem gemeinsamen Fahrzeugpool und einer professionellen Organisation. Sechs Mitarbeiter betreuen rund 6.000 Einwohner mit klaren Zuständigkeiten und Spezialisierungen, etwa im Winterdienst oder im Grünraumbereich.
„Gerade für kleine Gemeinden ist das ein großer Vorteil“, betont Priewasser. Viele Arbeiten könnten alleine gar nicht erledigt werden, da sie mindestens zwei Personen erfordern. Durch die Kooperation sei die Koordination deutlich einfacher geworden.
Ein Standort, viele Vorteile
Der zentrale Standort des Bauhofs, an dem auch das Altstoffsammelzentrum angesiedelt ist, erwies sich langfristig als richtig. Um das Zentrum entwickelte sich zudem ein gemeinsames Gewerbegebiet. Entscheidungen treffen die vier Bürgermeister gemeinsam – unkompliziert und praxisnah.
Qualität über Gemeindegrenzen hinweg
Der Name „Vier Sonnen“ steht bewusst für Qualität. „Wie bei vier Sternen im Tourismus“, erklärt Priewasser mit einem Augenzwinkern. Für ihn ist der Bauhof ein Beweis dafür, dass Kooperation besser funktioniert als starre Gemeindegrenzen.
„Zusammenarbeit wird künftig immer wichtiger. Aber man muss sie so gestalten, dass niemand die Identität dabei verliert.“
Was anfangs Skepsis auslöste, ist heute breit akzeptiert. Der Bauhof Vier Sonnen zeigt, wie aus einer Krise ein nachhaltiges Erfolgsmodell entstehen kann – wenn man sie, wie Priewasser sagt, „als Chance nutzt“.


