Österreich benötigt strukturelle Reformen, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen, wie Prof. Monika Köppl-Turyna, Wirtschaftsexpertin und Direktorin der EcoAustria, bei einem Mediengespräch auf Einladung von Wirtschaftskammer OÖ-Präsidentin Doris Hummer erläuterte.
Oberösterreich. „Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig, darum braucht es jetzt in der Krise strukturelle Veränderungen,“ erklärte Hummer zu Beginn. Ein erhebliches Potenzial liege in den Staatsausgaben von über 56 Prozent und einer Abgabenquote von mehr als 45 Prozent, was Österreich erheblich über dem EU-Durchschnitt platziere. Köppl-Turyna hob zwar die Stärken der österreichischen Wirtschaft hervor, wie die Hightech-Industrie, die berufliche Ausbildung im MINT-Bereich, die Forschungsförderung und die wachsende Wertschöpfung in umweltbezogenen Technologien, jedoch fügte sie hinzu:
„Dem gegenüber stehen hohe Sozialausgaben – allein für die Pensionen sind es 15 Prozent des BIPs,“ so die Expertin.
Im Vergleich liegt der EU-Durchschnitt der Pensionsausgaben bei etwa zwölf Prozent.
Strukturelle Reformen
Österreich sollte sich an Ländern wie Schweden, Dänemark und Italien orientieren, die bereits erfolgreiche strukturelle Reformen umgesetzt haben, ohne die Rentner in die Altersarmut zu treiben. „Hier liegt das Einsparpotenzial bei 15 Milliarden Euro, wenn man die Ausgaben auf den EU-Durchschnitt senkt. Damit kann man Österreich wieder wettbewerbsfähig machen.“ Bei einer Untersuchung von 140 Indikatoren wurden auch weitere Schwächen identifiziert: hohe Grenzsteuersätze auf Arbeit, begrenzte Verfügbarkeit von Risikokapital, schwache Gründungsabsichten, Abhängigkeit von Energieimporten und hohe bürokratische Belastungen am Arbeitsmarkt. Insgesamt sei Österreich wenig attraktiv für qualifizierte Zuwanderung.
Green Tech kann OÖ aus der Krise führen
Für den industriell geprägten Standort Oberösterreich ist es entscheidend, die technologische Führungsposition bei grünen Produkten und Dienstleistungen zu sichern und auszubauen. Dies wird die Austauschbarkeit von Exportprodukten verringern und die Robustheit gegenüber zukünftigen Handels- und Zollbeschränkungen erhöhen.
Darüber berichtet Welt Stimme.


