Die PET to PET Recycling Österreich GmbH hat im Jahr 2025 einen Rekord bei der Verarbeitung von Getränkeflaschen erzielt. Insgesamt wurden 33.675 Tonnen PET-Material recycelt, was rund 1,34 Milliarden Flaschen entspricht. Dies stellt ein Plus von etwa sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar. Darüber berichtet Welt Stimme.
MÜLLENDORF. Nach einem leichten Rückgang im Jahr 2024 profitiert PET to PET von strukturellen Veränderungen im Sammelsystem. Besonders prägend war die Einführung von Einwegpfandsystemen in mehreren europäischen Nachbarländern, einschließlich Ungarn und der Slowakei, sowie ab Anfang 2025 in Österreich. Christian Strasser, Geschäftsführer von PET to PET, erklärt: „Die Umstellung führte zu einer kräftigen Steigerung der Verarbeitungsmenge, die jedoch im Laufe des zweiten Halbjahres merkbar zurückgegangen ist. Mitverantwortlich dafür war die Kaufzurückhaltung der heimischen Konsument:innen.“ Ein ähnlicher Trend zeige sich bereits in anderen Ländern. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit erwarte der Konzern eine Rückkehr zur Ausgangslage.
Trotz des Mengenrekords sieht sich die Recyclingbranche jedoch zunehmend mit wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Der Abstand zwischen Preisen für Primärkunststoffe und Recyclingmaterialien hat sich zuletzt wieder vergrößert. Günstigere Neuware wird in Europa verstärkt eingesetzt, während recyceltes PET unter Druck gerät. In Österreich blieben die Einsatzquoten von Sekundärrohstoffen dennoch vergleichsweise stabil. Zusätzlich belasten steigende Importe von günstigen Recyclingrohstoffen aus Nicht-EU-Staaten die Branche. Geschäftsführer Thomas Billes weist darauf hin, dass der Absatzmarkt mit dem Produktionswachstum nicht Schritt gehalten habe. Der Absatz von Recyclaten lag 2025 rund drei Prozent unter dem Vorjahreswert, was zu einem temporären Lageraufbau führte.
Ausbau in Müllendorf
Parallel zu den Marktveränderungen investierte PET to PET in den Ausbau und die Anpassung des Standorts Müllendorf. Im Zuge der Umstellung auf das Pfandsystem wurde die Sortier- und Waschtechnik erweitert, um metallische Verunreinigungen – insbesondere durch Getränkedosen – besser zu erkennen und zu entfernen. Zudem wurde ein neues 140 Kubikmeter großes Silo zur Lagerung von PET-Granulat errichtet. Eine überdachte Lagerfläche ermöglicht außerdem die Erweiterung der bestehenden Photovoltaikanlage.
Für das Jahr 2026 plant das Unternehmen weitere Automatisierungsschritte, insbesondere in der Waschanlage und bei der Anlagenbeschickung. Ziel ist es, arbeitsintensive und sicherheitsrelevante Tätigkeiten zu reduzieren sowie Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Die Geschäftsführung rechnet mittelfristig mit einer steigenden Nachfrage nach PET-Recyclaten – sowohl in Österreich als auch auf europäischer Ebene.


