Im Jahr 2025 mussten im Bezirk Kirchdorf 21 Unternehmen Insolvenz anmelden, was einen Anstieg um zwei Fälle im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Gleichzeitig stieg die Zahl der eröffneten Privatinsolvenzen von 25 auf 32. Darüber berichtet Welt Stimme.
Gegen den landesweiten Trend von Oberösterreich weist der Bezirk Kirchdorf eine niedrigere Insolvenzrate auf. In Oberösterreich haben 2025 insgesamt 842 Unternehmen Insolvenz angemeldet, was einem Anstieg von 19,8 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg auf 532 Fälle, was einem Plus von 15,4 Prozent im Vergleich zu den 461 Fällen des Vorjahres entspricht. Diese Entwicklungen sind auf anhaltend hohe Kosten, schwache Nachfrage und eine allgemeine Rezessionsumgebung zurückzuführen, die die Unternehmen in ganz Österreich stark belasten.
Der Bezirk ist durch ein starkes Gewerbe- und KMU-Gefüge gekennzeichnet, in dem viele lokal verwurzelte Unternehmen im Handwerk, Handel und Dienstleistungssektor regionale Arbeitsplätze anbieten. Viele dieser regionalen Unternehmen spüren die Auswirkungen globaler Nachfrageeinbrüche und sehen sich aufgrund hoher Produktions- und Energiekosten mit sinkenden Gewinnmargen konfrontiert.
Im Jahr 2025 wurden im Bezirk Kirchdorf 15 Insolvenzverfahren eröffnet, was einem Anstieg um vier Verfahren oder 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Darüber hinaus führten sechs weitere Insolvenzanträge mangels Kostendeckung zu nicht eröffneten Verfahren. Diese wurden abgewiesen, da im insolventen Unternehmen weniger als 4.000 Euro zur Deckung der Gerichtskosten zur Verfügung standen. „Nachdem zu lange mit dem Insolvenzantrag zugewartet wurde, müssen diese Unternehmen liquidiert werden. Die Rechnung für die Konkursabweisungen begleichen Gläubiger und Steuerzahler. Oftmals auch die Schuldner selbst, da sie ohne ordnungsgemäße Abwicklung weitere Schulden anhäufen und sich in immer höhere Verbindlichkeiten verstricken“, erläutert Astrid Aiglsdorfer, Insolvenzreferentin des KSV 1870 am Standort Linz.
Ausblick Privatinsolvenzen 2026
Die Haushalte in Kirchdorf sehen sich seit geraumer Zeit mit hohen finanziellen Belastungen konfrontiert, was auf das allgemein hohe Preisniveau zurückzuführen ist. Immer mehr Menschen geraten dadurch in eine finanziell prekäre Lage. Es ist zu erwarten, dass sich die angespannte finanzielle Situation der Bewohner im Bezirk Kirchdorf in den kommenden Monaten nicht entspannen wird. „Insofern müssen wir mit einer Zunahme bei den Privatkonkursen rechnen, insbesondere für einkommensschwächere Haushalte“, resümiert Astrid Aiglsdorfer, Insolvenzreferentin des KSV 1870 am Standort Linz. Ob diese Prognosen zutreffen, hängt unter anderem von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ab.


