Seit April ist mit der Moonshot25 GmbH ein junges Technologieunternehmen in Hofkirchen an der Trattnach tätig. Geschäftsführer Rainer Gruber erklärt, welche Herausforderungen eine Gründung mit sich bringt. Darüber berichtet Welt Stimme.
HOFKIRCHEN AN DER TRATTNACH. Das Start-Up entwickelt KI-Lösungen für Unternehmen und berät diesbezüglich. Mit der selbst aufgebauten Plattform XFlowly können Betriebe etwa Rechnungen, Bestellungen oder Lieferscheine prüfen und weiterverarbeiten. „Es gibt unendlich viele Use-Cases“, so Gruber. „Man beschreibt der KI alles einfach so, als würde man es einem Kollegen oder einer Kollegin erklären, und unsere KI baut auf dieser Basis selbstständig Regeln im Hintergrund. Das Tool bereitet in weiterer Folge eine Entscheidungsgrundlage auf – der Mensch trifft allerdings die finale Entscheidung.“
Erster Kunde kam aus der Region
Gruber war bereits vor der Gründung selbstständig und baute eine Online-Plattform, die 2024 verkauft wurde. „Ich war dort Geschäftsführer und Alexander Traxler und Reinhard Schnetzinger Mitarbeiter. Nach dem Verkauf war uns klar, dass wir gemeinsam etwas machen wollen – egal was. Jetzt sind die beiden direkt beteiligt. Gemeinsam streben wir nach dem Griff nach den Sternen. So entstand auch der Firmenname“, erklärt Gruber. Der erste Kunde kam aus der Region. „Während der ‚Findungsphase‘ ist die SMW Metallverarbeitung GmbH aus dem Bezirk Grieskirchen auf uns zu gekommen.“ Dieses frühe Vertrauen war für das Start-up besonders wichtig gewesen. „Für Sie durften wir Schritt für Schritt verschiedenste Prozesse automatisieren – das war der Startschuss für XFlowly. Wir sind richtig dankbar“, zeigt sich Gruber erfreut.
„Man muss nicht in San Francisco sitzen“
Der Firmensitz im Bezirk Grieskirchen hatte am Anfang praktische Gründe: Gruber selbst wohnt in Hofkirchen, ein Büro wäre gerade zu Beginn zu teuer gewesen. Aber auch darüber hinaus wird Lokalität großgeschrieben, erzählt der 42-Jährige. „Wir wollen ein globales Unternehmen aufbauen, aber wir sind davon überzeugt, dass man dazu nicht in San Francisco sitzen muss. Wir würden gerne Kontakte zu den lokalen Unternehmen knüpfen, denn kurze Abstimmungswege sind essenziell, wenn man Erfolg haben will.“
Sichtbarkeit als Hindernis
Die Gründung eines Unternehmens ist herausfordernd, „aber auch sehr spannend.“ Gerade die kurze Unternehmensgeschichte bringt Skepsis mit sich. „Deshalb bekommen wir zum Teil seltener die Möglichkeit, uns zu beweisen. Dass wir schon Monate vor der Gründung am Produkt gearbeitet haben und dass unser Team unter Europas TOP 200 KMU Techunternehmen gereiht wurde, weiß niemand.“ Erste Unternehmen haben dennoch schon den Mut gefunden, auf die Firma zuzugehen. Nun ist es das Ziel, die Sichtbarkeit der Firma zu erhöhen, um sich gegen große Unternehmen behaupten zu können. In den kommenden Jahren soll die Plattform weiterentwickelt und der Kundenkreis schrittweise ausgebaut werden. Dafür setzt sich Gruber konkrete Ziele:
„Wir wollen unsere Plattform so weitertreiben, um global wettbewerbsfähig zu sein. Dazu bauen wir aktuell ein regionales und später ein globales Partnernetzwerk auf. Schön wäre es, wenn wir es schaffen, im ersten Jahr auf 50 Kunden zu kommen. Allerdings besteht das übergeordnete Ziel darin, Nutzen zu stiften. Denn wenn man das tut, dann kann man es gar nicht verhindern, Geld zu verdienen.“


