Wollsdorf Leder beginnt mit schrittweiser Schließung in Weiz: Nur 50 Arbeitsplätze bleiben erhalten

Feber 26, 2026 18:58
Wollsdorf Leder beginnt mit schrittweiser Schließung in Weiz: Nur 50 Arbeitsplätze bleiben erhalten

Die Wollsdorf Leder Schmidt & Co GmbH hat Anfang Januar Insolvenz angemeldet. Mittlerweile läuft die schrittweise Schließung des österreichischen Standortes in Weiz. Statt ursprünglich 361 Arbeitsplätzen werden voraussichtlich nur noch 50 verbleiben, was aus der ersten Prüfungstagsatzung hervorgeht. Darüber berichtet Welt Stimme.

WEIZ/GRAZ. Zu Jahresbeginn erschütterte eine alarmierende Nachricht die Region: Die Wollsdorf Leder Schmidt & Co GmbH und Wollsdorf International GmbH haben ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Am Donnerstag fand die erste allgemeine Berichts- und Prüfungstagsatzung am Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz statt. Dabei wurden 510 Insolvenzforderungen in Höhe von über 25,65 Millionen Euro vorgelegt und geprüft. Rund 19,63 Millionen Euro wurden als berechtigt anerkannt, wie der Kreditschutzverband 1870 (KSV1870) mitteilt.

Etappenweise Schließung hat begonnen

Die schrittweise Schließung des Standortes in Weiz hat Mitte Februar begonnen. Bereits die ersten Unternehmensbereiche im Nassbereich wurden geschlossen oder die Schließung wurde beantragt. Zudem wird die Produktionsverlagerung nach Mexiko, die bereits im vergangenen Jahr eingeleitet wurde, weiterhin durchgeführt.

Zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung waren 361 Mitarbeiter beschäftigt. Im Falle einer positiven Sanierung sollen voraussichtlich rund 50 Mitarbeiter am Standort in Weiz verbleiben, berichtet der KSV1870.

Gründe für die Insolvenz

Das Unternehmen führt die Insolvenz auf negative Entwicklungen in der Automobilzulieferindustrie und deren Auswirkungen auf das Geschäft zurück. So sei es im September 2024 erstmals zu einem Rückgang der Nachfrage gekommen, der sich im weiteren Jahresverlauf verschärfte. Trotz einer leichten Erholung im Geschäftsjahr 2025 konnte das Umsatzniveau vor der Krise nicht mehr erreicht werden.

Um die Materialkosten zu senken, hat Wollsdorf Leder mit den Lieferanten für Rohhäute neue Preise ausgehandelt und teilweise die Lieferanten gewechselt. Im März und April 2025 kam es jedoch aufgrund zahlreicher Fälle von Maul- und Klauenseuche in Ungarn und der Slowakei zu Lieferengpässen. Diese Engpässe hatten signifikante Auswirkungen auf die Qualität der gelieferten Waren, was wiederum die Produktion beeinträchtigte. Die Qualitätsprobleme konnten nicht behoben werden, was schließlich zur schrittweisen Verlagerung des Produktionsstandortes nach Mexiko führte. Restrukturierungsvereinbarungen mit den finanzierenden Banken scheiterten letztlich.

Der Insolvenzverwalter plant, das Unternehmen fortzuführen und einen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent anzubieten, die binnen zwei Jahren nach Annahme des Plans zu zahlen ist. „Die Angemessenheit und Erfüllbarkeit des angebotenen Sanierungsplans wird vor der Abstimmungstagsatzung am 7. Mai 2026 einer detaillierten Überprüfung unterzogen“, erklärt Brigitte Peißl-Schickmair, Leiterin Insolvenz Graz.

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