Steigende Arbeitslosenzahlen in Österreich
Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt seit Frühjahr 2023, beeinflusst von der schwachen Konjunktur. Ende Mai 2023 waren laut Arbeitsmarktservice (AMS) und Sozialministerium über 378.000 Personen arbeitslos oder in Schulung, was einem Anstieg von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Im Mai wurde ein Rückgang der Arbeitslosigkeit bei Männern um 2,2 Prozent festgestellt, während die Arbeitslosigkeit bei Frauen um 4,2 Prozent zunahm. Besonders betroffen sind Branchen mit hohem Frauenanteil, wie Handel und Gesundheitswesen. Die Zahl der Arbeitslosen im Gesundheits- und Sozialwesen stieg um 11,9 Prozent, während im Handel ein Anstieg von 3,5 Prozent zu verzeichnen war. Rückgänge gab es in der Gastronomie und im Bauwesen, wo die Arbeitslosenzahl um 3,2 beziehungsweise 2,2 Prozent fiel.
Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Mai leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent. AMS-Vorständin Petra Draxl wies auf eine Umfrage hin, die eine skeptische Stimmung in der Unternehmenswelt aufgrund geopolitischer Unsicherheiten im Iran-Krieg dokumentiert. Diese Unsicherheiten spiegeln sich in der Personalpolitik der Unternehmen wider.
Das AMS berichtete auch von einer Stabilisierung des Arbeitsmarktes in der Warenherstellung, wo die Arbeitslosenquote nach wie vor mit 4,2 Prozent unter dem gesamtwirtschaftlichen Schnitt liegt. Ingesamt erhöhte sich die Zahl der unselbstständig Beschäftigten um 0,2 Prozent auf 3,967 Millionen. Gleichzeitig fiel jedoch die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen auf rund 79.000, ein Rückgang von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die sozialen Dimensionen der Arbeitslosigkeit verschärfen sich, insbesondere für Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitnehmer. Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen stieg um 13 Prozent auf rund 103.000 Personen. Arbeitsministerin Korinna Schumann fordert Unternehmen auf, ältere Arbeitnehmer stärker zu integrieren, um deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
Einordnung
Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass trotz sinkender Arbeitslosigkeit bei Männern, die Zahl der arbeitslosen Frauen und Langzeitarbeitslosen ansteigt. Diese Tendenzen haben erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stabilität und erfordern politische Maßnahmen zur Unterstützung betroffener Gruppen.


