25 Millionen Euro für größte Wasserstoff-Anlage in der Steiermark
Eine neue PEM-Elektrolyseanlage der Energie Steiermark in Bergla soll ab Ende 2027 jährlich bis zu 750 Tonnen grünen Wasserstoff liefern. Der Baustart für das millionenschwere Projekt im Wert von 25 Millionen Euro ist für den Herbst 2026 geplant, der Vertrag wurde mit Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer in Graz unterzeichnet.
Die Elektrolyse-Anlage mit einer Leistung von fünf Megawatt wird hauptsächlich das Wolfram-Werk in St. Martin im Sulmtal mit Wasserstoff versorgen, der zur emissionsärmeren Produktion eingesetzt werden soll. Laut Energie Steiermark sind jährliche CO₂-Einsparungen von bis zu 8.500 Tonnen möglich. Wolfram wird hierbei als erster Pilotkunde agieren, eine Erweiterung der Anlage ist vorgesehen.
Förderung durch das Bundesministerium
Der benötigte Strom für die Anlage wird überwiegend aus neu errichteten Windparks im Bezirk Deutschlandsberg bezogen. Eine rund einen Kilometer lange Leitung wird die Produktionsanlage in Bergla direkt mit dem Industriegebiet rund um St. Martin verbinden. Langfristig ist zudem ein Anschluss an die europäischen Wasserstoff-Pipelines geplant.
Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus unterstützt. Über einen Zeitraum von zehn Jahren fließen Förderungen von bis zu 28,5 Millionen Euro. Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer betont, dass dies ein „klarer industrie- und klimapolitischer Signal“ ist, um Österreich als führenden Standort für grünen Wasserstoff zu etablieren.
Wasserstoff-Strategie der Energie Steiermark
Die Energie Steiermark wertet das Projekt als bedeutenden Schritt in ihrer Wasserstoff-Strategie. Nach erfolgreichen Pilotprojekten wird nun ein konkretes Kooperationsprojekt mit einem bedeutenden Industrieunternehmen umgesetzt, um Erfahrungen für zukünftige Kooperationen zu gewinnen, so die Vorstände Martin Graf und Werner Ressi.
Für die Wolfram Bergbau und Hütten AG stellt die langfristige Versorgung mit grünem Wasserstoff einen zentralen Bestandteil auf dem Weg zur klimaneutralen Produktion bis 2050 dar. Vorstandschef David Goulbourne bezeichnet die Partnerschaft als „Meilenstein“ für den Standort Steiermark und sieht den Übergang von grauem zu grünem Wasserstoff als wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung der Produktionsprozesse.
Einordnung
Der Bau der Elektrolyseanlage in Bergla markiert einen bedeutenden Fortschritt für die Nutzung von grünem Wasserstoff in der Industrie. Dies könnte die CO₂-Emissionen in der Region signifikant reduzieren und Österreich auf dem Weg zur Erreichung seiner Klimaziele unterstützen.


