Jean Ziegler, ein Fürsprecher der Benachteiligten, verstorben
Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Er galt als eine markante Stimme im internationalen Kampf für soziale Gerechtigkeit und setzte sich zeitlebens für die Belange der Entmachteten ein.
Ziegler wurde in der Öffentlichkeit vor allem bekannt durch seine kritischen Schriften über Rassismus, die Ausbeutung Afrikas und die Auswirkungen der Globalisierung. Von 1967 bis 1999 war er, mit einer Unterbrechung, Abgeordneter im Nationalrat für die Sozialdemokratische Partei der Schweiz. Zudem wirkte er als Professor an der Universität Genf und als Berater der Vereinten Nationen.
Trotz seiner Erfolge musste Ziegler mehrfach Gerichtsverfahren wegen Verleumdung durchstehen, die er gelegentlich nutzte, um das, was er als Missstände ansah, öffentlich zu machen. Er forderte unter anderem ein Bleiberecht für Hungerflüchtlinge sowie einen Verhaltenskodex für transnationale Konzerne.
Seine politischen Positionen führten zu Kontroversen, unter anderem durch seine früheren Unterstützungsverlautbarungen für Führungspersönlichkeiten wie Pol Pot und Muammar al-Gaddafi, die er später als Fehler bezeichnete.
Einordnung
Der Tod von Jean Ziegler hinterlässt eine Lücke in der globalen Debatte um soziale Gerechtigkeit. Seine kritischen Ansätze zur Globalisierung und den Umgang mit Ressourcen werden weiterhin von zahlreichen Aktivisten und Wissenschaftlern aufgegriffen.


