Firmenpleiten in Niederösterreich: Gastronomie und Baubranche in existenzieller Krise

Juni 17, 2026 10:39
Firmenpleiten in Niederösterreich: Gastronomie und Baubranche in existenzieller Krise

Insolvenzen in Niederösterreich steigen im ersten Halbjahr 2026

Im ersten Halbjahr 2026 meldeten 569 Unternehmen in Niederösterreich Insolvenz an. Dies entspricht einem Anstieg von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und betrifft vor allem die Bauwirtschaft, den Handel und die Gastronomie.

Laut einer aktuellen Hochrechnung des Kreditschutzverbandes von 1870 entfallen mehr als 40 Prozent aller Insolvenzen auf diese drei Branchen. Die Bauwirtschaft meldete mit 96 Fällen die meisten Insolvenzen, gefolgt vom Handel mit 82 und der Gastronomie mit 71.

Trotz des Anstiegs an Firmenpleiten gingen die geschätzten Verbindlichkeiten um rund 25 Prozent auf 228 Millionen Euro zurück. Der Kreditschutzverband führt dies auf die geringere Anzahl großer Insolvenzfälle mit hohen Passiva zurück.

Brigitte Dostal, Insolvenzexpertin des KSV1870, weist auf die anhaltend herausfordernden Rahmenbedingungen hin. Die hohen Kosten für Energie und Personal sowie die schwache Auftragslage setzen die Unternehmen unter großen Druck.

Die Zahl der nicht eröffneten Insolvenzverfahren stieg um 28,3 Prozent auf 213. Diese Unternehmen verfügten häufig nicht über die erforderlichen 4.000 Euro zur Insolvenzeröffnung. Von den Insolvenzen sind schätzungsweise rund 2.280 Arbeitnehmer und etwa 3.950 Gläubiger betroffen.

Zu den größten Insolvenzfällen im ersten Halbjahr zählen die Mediashop GmbH aus Neunkirchen mit Verbindlichkeiten von rund 24 Millionen Euro sowie die EITEK GmbH aus Ebergassing mit etwa 22 Millionen Euro. Weitere größere Verfahren betreffen Unternehmen aus Amstetten, St. Pölten und Leopoldsdorf.

Einordnung

Die aktuelle Entwicklung zeigt eine zunehmende finanzielle Instabilität in mehreren Schlüsselbranchen Niederösterreichs. Diese Situation könnte die wirtschaftliche Erholung weiter erschweren und die Beschäftigungslage negativ beeinflussen.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Rainer Pariasek fragt Andreas Herzog: "Gibt es ein Leiberl in deiner Größe?"
Vorheriger artikel

Rainer Pariasek fragt Andreas Herzog: „Gibt es ein Leiberl in deiner Größe?“

Insolvenzverfahren: Fast 40 Prozent aller Pleiten im ersten Halbjahr 2026 betreffen Wien
Nächster artikel

Insolvenzverfahren: Fast 40 Prozent aller Pleiten im ersten Halbjahr 2026 betreffen Wien

Nicht verpassen